Fladenpräparat
Das Fladenpräparat nach Maria Thun ist ein aufbereiteter Kuhmist-Kompost mit Basaltmehl, Eierschalen und den Kompostpräparaten – ein „Rottelenker" für Boden und Flächenkompostierung.
Was ist das Fladenpräparat?
Das Fladenpräparat geht auf Maria Thun zurück und ist eine Art Sammelpräparat: aufbereiteter Kuhmist, dem Basaltmehl, zerkleinerte Eierschalen und die sechs Kompostpräparate (502–507) zugesetzt werden. Die Mischung reift über Wochen in einem Behälter (oder einer flachen Grube), wird dabei mehrmals durchgearbeitet und anschließend verdünnt, gerührt und ausgebracht. Maria Thun entwickelte es in den 1970er-Jahren.
Es dient als „Rottelenker" — zur Belebung des Bodens und zur Flächenkompostierung. Anders als die einzelnen Kompostpräparate, die in den Komposthaufen kommen, lässt sich das fertige, gerührte Fladenpräparat über die ganze Fläche ausbringen und bringt so die Wirkung der Kompostpräparate dorthin, wo (noch) kein präparierter Kompost ist.
Herstellung und Zusammensetzung
Die klassische Mischung besteht aus frischem Kuhmist, dem grober Basaltmehl und zerkleinerte Eierschalen zugesetzt werden. Nach Pierre Masson wird der Mist mit den Zuschlägen etwa eine Stunde lang gründlich gemischt — am besten von zwei Personen umgeschaufelt, wie beim Anrühren von Mörtel. Die Masse reift dann unter Zugabe der Kompostpräparate; während der Reifung wird sie wiederholt gewendet. Das Ergebnis ist eine humusartige, krümelige Masse.
Reifung im Detail
Die Reifung folgt einem festen Rhythmus: Der Kuhmist wird mit Basaltmehl und Eierschalen in einem Fass (oder einer flachen Grube) angesetzt und mit den Kompostpräparaten präpariert. Nach etwa vier Wochen wird der Inhalt eine Stunde lang ununterbrochen mit dem Spaten umgestochen und bewegt und nochmals präpariert; nach weiteren rund zwei Wochen ist das Fladenpräparat verwendungsfertig. Das Ergebnis ist eine dunkle, humusartige, krümelige Masse.
Wirkung und Anwendung
Nach Wistinghausen ist das Fladenpräparat ausdrücklich eine Intensivierung der Wirkung, die von den Kompostpräparaten ausgeht — und nicht mit dem Hornmist 500 (500) zu verwechseln. Zur Anwendung nimmt man etwa 60 Gramm auf 10 Liter Wasser für ein Viertelhektar, rührt es (wie ein Spritzpräparat) und bringt es auf Boden und Flächen aus. Die beste Wirkung auf die Bodenprozesse zeigen drei Spritzungen, die über ein bis zwei Tage aus derselben Rührung vorgenommen werden — besonders im Herbst nach der Ernte und bei der Bodenvorbereitung. In der Demeter-Praxis dient es auch als Ersatz, wenn kein präparierter Wirtschaftsdünger verfügbar ist (etwa im ersten Umstellungsjahr oder in viehlosen Gartenbaubetrieben).
Verwandte Sammelpräparate: Birkengrube und Rottelenker
Das Fladenpräparat gehört zur Familie der Sammelpräparate, die die Kräfte der Kompostpräparate gebündelt über die Fläche bringen. Eng verwandt ist das Birkengrubenpräparat: eine in einer mit Birkenholz ausgekleideten Grube aufbereitete Mist-Kompost-Substanz, die je nach Reifegrad als Sammelpräparat (nach ein bis drei Monaten) oder als Düngerwasser (nach einem halben bis einem Jahr) dient und als Rotte-Anreger in kleinster Menge Mist, Gülle oder Kompost beigemischt wird. Eine weitere bekannte Variante ist der „Mäusdorfer Rottelenker". Alle diese Präparate teilen den Gedanken, aufbereiteten Kuhmist mit den Kompostpräparaten als flächenwirksamen Rottelenker nutzbar zu machen.
Abgrenzung: Fladenpräparat und Cow Pat Pit
Häufig verwechselt, aber zu trennen: Das Fladenpräparat (Maria Thun) ist nicht dasselbe wie der Cow Pat Pit (CPP). Der CPP geht auf Peter Proctor zurück, der das Verfahren vor allem für tropische und subtropische Klimazonen weiterentwickelte; er reift typischerweise in einer Grube. Beide gründen auf demselben Gedanken — aufbereiteter Kuhmist mit Kompostpräparaten —, sind aber unterschiedliche Verfahren mit unterschiedlicher Herkunft und Klima-Ausrichtung.
Häufige Fragen zum Fladenpräparat
Was ist im Fladenpräparat enthalten?
Frischer Kuhmist, Basaltmehl, zerkleinerte Eierschalen und die sechs Kompostpräparate (502–507).
Ist das Fladenpräparat dasselbe wie Hornmist?
Nein. Hornmist (500) ist ein eigenes Spritzpräparat aus dem Kuhhorn. Das Fladenpräparat intensiviert die Wirkung der Kompostpräparate über die Fläche.
Was ist der Unterschied zum Cow Pat Pit?
Das Fladenpräparat stammt von Maria Thun; der Cow Pat Pit von Peter Proctor (für tropische Klimazonen, in der Grube gereift). Gleicher Grundgedanke, verschiedene Verfahren.