Demeter-Zertifizierung
Die Demeter-Zertifizierung bestätigt die biodynamische Wirtschaftsweise eines Betriebs. Sie verlangt eine mehrjährige Umstellung, jährliche Kontrolle und baut auf der EU-Bio-Zertifizierung auf.
Was ist die Demeter-Zertifizierung?
Die Demeter-Zertifizierung ist das Verfahren, mit dem ein landwirtschaftlicher Betrieb oder Verarbeiter berechtigt wird, das Demeter-Zeichen zu führen. Sie bestätigt, dass nach den Demeter-Richtlinien biodynamisch gewirtschaftet wird — nach dem strengsten der ökologischen Standards. Anders als bei einem reinen Produktsiegel wird dabei der gesamte Betrieb als Ganzes geprüft und entwickelt.
Drauflage auf EU-Bio
Die Zertifizierung baut auf der EU-Öko-Verordnung auf: Ein Demeter-Betrieb ist immer auch EU-Bio-zertifiziert, erfüllt aber zusätzlich die weitergehenden Demeter-Anforderungen. Bei Abweichungen zwischen beiden gilt vorrangig die EU-Verordnung; Demeter verschärft sie. Es gilt das Prinzip der Positivliste: Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist nicht zulässig — das betrifft Verfahren, Rohstoffe, Futter- und Betriebsmittel.
Umstellung
Die Umstellung eines Betriebs auf Demeter muss in der Regel nach drei Jahren abgeschlossen sein; unter bestimmten Bedingungen — wenn der gesamte Betrieb ökologisch bewirtschaftet wird — ist eine Verlängerung auf fünf Jahre möglich. Mit der Umstellung der Tierhaltung wird von Anfang an begonnen, da Tiere ein zentraler Bestandteil des Hoforganismus sind. Während dieser Zeit lernt der Betrieb die biodynamische Praxis, baut die Präparatearbeit auf und stellt Fruchtfolge, Düngung und Sortenwahl um.
Anmeldung und Fristen
Wer im laufenden Jahr „in Umstellung auf Demeter" oder „Demeter" ausloben will, meldet sich bis spätestens 1. Mai im Zertifizierungsverfahren an. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Hornmist 500 oder das Fladenpräparat auf allen Flächen ausgebracht sein, Hornkiesel 501 kulturartgerecht vor der Ernte der zu zertifizierenden Kultur.
Jährliche Kontrolle
Die Einhaltung wird jährlich kontrolliert. Geprüft werden neben den allgemeinen Bio- und Demeter-Vorgaben besonders die Präparatearbeit: Lagerstätte, Rührvorrichtung und Ausbringtechnik der Präparate — oder Belege für eine Lohnausbringung, wenn der Betrieb die Präparate nicht selbst ausbringt. Damit ist die Präparatearbeit nicht nur Empfehlung, sondern nachweispflichtige Praxis.
Was wird über EU-Bio hinaus verlangt?
Zu den Kernpflichten, die über den allgemeinen Bio-Standard hinausgehen, zählen die verpflichtende Anwendung der biodynamischen Präparate, die Entwicklung des Betriebs als Hoforganismus mit Tierhaltung, der Ausschluss von Hybridsorten beim Getreide, strengere Stickstoff-Obergrenzen und die Umstellung des gesamten Betriebs (keine Teilbetriebs-Zertifizierung). Hinzu kommen Vorgaben zur sozialen Verantwortung und der vollständige Ausschluss von Gentechnik.
Häufige Fragen zur Demeter-Zertifizierung
Wie lange dauert die Umstellung auf Demeter?
In der Regel drei Jahre, unter bestimmten Bedingungen auf fünf verlängerbar. Die Anmeldung im Verfahren erfolgt bis spätestens 1. Mai.
Was wird bei der Demeter-Kontrolle geprüft?
Jährlich unter anderem die Präparatearbeit (Lagerstätte, Rührvorrichtung, Ausbringtechnik oder Belege für Lohnausbringung) sowie die Einhaltung der übrigen Richtlinienvorgaben.
Ist die Demeter-Zertifizierung strenger als Bio?
Ja. Sie setzt auf der EU-Bio-Zertifizierung auf und verlangt zusätzlich Präparatearbeit, Hoforganismus, Hybridverbot und engere Düngegrenzen.
Kann man nur einen Teil des Betriebs umstellen?
Nein. Demeter verlangt die Umstellung des gesamten Betriebs, nicht einzelner Flächen.