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Lagern der Präparate

Biodynamische Präparate werden kühl, frostfrei und von Torf oder Kokosfaser umgeben gelagert – das hält sie feucht und stabil. Hornkiesel dagegen trocken und am Licht.

Wie werden biodynamische Präparate gelagert?

Nach dem Ausgraben werden die Präparate so aufbewahrt, dass sie lebendig und feucht bleiben, ohne zu verderben. Die bewährte Methode: Das Präparat wird, von einer Schicht Torf (Hochmoortorf) oder unbehandelter Kokosfaser umgeben, in einem Gefäß aus Holz, Ton oder Steingut kühl und frostfrei gelagert. Allen fertigen Präparaten schaden zu hohe Luftfeuchtigkeit und Nässe; Veränderungen zeigen sich an muffigem Geruch und Schimmel. Sorgfältig gelagerte Präparate behalten mindestens ein Jahr, oft mehrere Jahre ihre Wirksamkeit, und sie sollten nicht in der Nähe von Lagerfrüchten stehen.

Die Präparate im Einzelnen

Hornmist 500 bleibt nach dem Ausgraben und grober Reinigung entweder im Horn (in trockenen Torf eingeschlagen) oder wird ausgeklopft. Bewährt hat sich die Aufbewahrung in angetrockneten Kugeln: Der Inhalt von etwa vier Hörnern wird zu einer Kugel von rund 8 cm Durchmesser geknetet, mehrere Tage im luftigen Schatten so weit angetrocknet, dass sich darin keine Bodenlebewesen oder Samen mehr entwickeln, und dann in trockenem Torf im Holz- oder Tongefäß gelagert. Hornmist sollte jedes Jahr neu hergestellt werden; ein kleiner Überhang lässt sich mit frischem Material mischen.

Die festen Kompostpräparate (502–506) werden aus den Hüllenresten gelöst, gegebenenfalls auf Hürden im Schatten zügig getrocknet und getrennt voneinander — jeweils von mindestens 5 cm Torf oder Kokosfaser umhüllt — in je einem Gefäß aus Holz, Ton oder Steingut gelagert, nicht vermischt, da jedes seine eigene Qualität behalten soll. Ein ebenfalls mit Torf gefüllter Deckel wird aufgelegt.

Der flüssige Baldrian (507) wird in geschlossenen Glasbehältern kühl, trocken und frostfrei in einem dunklen Raum aufbewahrt.

Hornkiesel 501 bildet die Ausnahme: Er wird trocken und am Licht gelagert, am besten im Glas (oder im Horn belassen) — genau gegenteilig zum feucht und dunkel gehaltenen Hornmist. Das spiegelt die Polarität der beiden: Hornmist gehört zur feuchten Erdsphäre, Hornkiesel zur lichten. Hornkiesel ist zudem sehr lange haltbar, während Hornmist möglichst jährlich frisch hergestellt werden sollte.

Erdfeucht oder trocken? Eine offene Frage

Ob die festen Kompostpräparate erdfeucht oder getrocknet (drogenartig) aufbewahrt werden sollen, ist in der Praxis offen und wird individuell entschieden. Beide Wege haben Vor- und Nachteile:

Erdfeucht gelagert sollen die Präparate im feuchten Kompostmilieu die Umsetzungsprozesse anregen; alle Bodenlebewesen brauchen diese Erdfeuchte, und die ordnenden Kräfte gelten im feuchten Milieu als wirksam. Nachteil: Die Präparate können bis zu Humuskrümeln verrotten — sie sind dann Stoffwechselprodukt von Bodenorganismen geworden, vererdet und nicht mehr voneinander zu unterscheiden (gelten aber noch als wirksam).

Trocken gelagert wird die Wirksamkeit im Stadium der Gewinnung durch Trocknung konserviert und erst beim Einbringen in den feuchten Kompost neu aktiviert. So halten sich die Präparate mehrere Jahre in ihrem ursprünglichen Zustand. Nachteil: mögliche Mottenbesiedlung und Wirkungsverlust durch zu langes Offenliegen während des Trocknens. Das entspricht der alten pharmazeutischen Praxis, Heilkräuter als Droge zu trocknen und erst durch Wiederbenetzung prozessanregend wirksam zu machen.

Wozu die Torf- oder Kokoshülle?

Die Umhüllung hält die Feuchte konstant und schirmt das Präparat chemisch neutral gegen die Umgebung ab. Sie dient also der Feuchteregulierung und Stabilität — nicht, wie gelegentlich behauptet, einem „Schutz vor Strahlung" oder elektromagnetischen Feldern. Diese Vorstellung gehört nicht zur biodynamischen Lagerpraxis und wird hier ausdrücklich nicht behauptet. Sachlich ist Torf (bzw. Kokosfaser als torffreie Alternative) ein feuchtigkeitsregulierendes, chemisch inertes Medium — mehr braucht es nicht. Ein praktischer Nebeneffekt der Kokosfaser: In ihr gelagert hält sich auch gerührtes Spritzpräparat länger (siehe Dynamisieren).

Häufige Fragen zum Lagern der Präparate

Worin lagert man biodynamische Präparate?

Von Torf oder unbehandelter Kokosfaser umgeben, in einem Gefäß aus Holz, Ton oder Steingut, kühl und frostfrei — und getrennt voneinander.

Warum wird Hornkiesel anders gelagert?

Hornkiesel wird trocken und am Licht aufbewahrt (im Glas), während Hornmist und die Kompostpräparate feucht und kühl in Torf oder Kokos gehalten werden — passend zur Polarität von Licht- und Erdsphäre.

Sollte man die Kompostpräparate feucht oder trocken lagern?

Beides ist üblich. Erdfeucht hält die Umsetzungskräfte aktiv, droht aber zu vererden; trocken konserviert über Jahre, kann aber Motten anziehen. Die Entscheidung trifft jeder Betrieb selbst.

Schützt die Torfhülle vor Strahlung?

Nein. Sie reguliert die Feuchte und hält das Präparat chemisch neutral. Der „Strahlenschutz" ist ein Mythos, kein Teil der Praxis.

Wie lange sind die Präparate haltbar?

Mindestens ein Jahr, sorgfältig gelagert oft mehrere Jahre. Hornmist wird dennoch möglichst jährlich neu hergestellt, Hornkiesel hält besonders lange.

Biodynamisches Lexikon