So rechnet der Dyyna-Kalender
Jeder Tag im Kalender wird für einen Ort und seine Zeitzone gerechnet: die Stellung des Mondes, das Sternbild, vor dem er steht, seine Phase, sein Lauf und die Stunden, die im biodynamischen Kalender als ungünstig gelten. Hier steht, auf welchen Grundlagen das geschieht.
Der Mond am Himmel
Die Position des Mondes folgt den Reihen von Jean Meeus („Astronomical Algorithms“), mit Nutation und der Differenz zwischen Weltzeit und Erdzeit (ΔT). Daraus ergeben sich die Phase, der Abstand zur Erde und die Deklination, also ob der Mond auf- oder absteigt.
Sternbilder, vor denen der Mond steht
Der Tagestyp hängt am Sternbild, vor dem der Mond tatsächlich steht. Die Grenzen der Sternbilder sind die der Internationalen Astronomischen Union, auf das jeweilige Datum umgerechnet. Wie bei Maria Thun zählt der Kalender zwölf Sternbilder. Weil sie am Himmel verschieden breit sind, dauern auch die Tagestypen verschieden lang.
Wechselzeiten auf die Minute
Der Kalender rechnet den Augenblick, in dem der Mond in das nächste Sternbild tritt, und nennt die Uhrzeit, ab der der nächste Tagestyp gilt. Ebenso gerechnet werden Neumond, Viertel und Vollmond, Erdnähe und Erdferne, die Mondknoten und die Wendepunkte des Mondlaufs.
Ungünstige Stunden
Mondknoten: solange die Mondscheibe die Ekliptik berührt, rund fünf Stunden vor und nach dem Knoten. Erdnähe: zwölf Stunden vor und nach dem Perigäum. Knoten der Planeten: zwölf Stunden auf jeder Seite. Bedeckung eines Planeten durch den Mond: von Beginn bis Ende. Finsternisse: für ihre Dauer. Dazu die Zeit von Karfreitag bis zum Sonnenaufgang am Ostersonntag.
Voll- und Neumond sperrt der Kalender nicht. Es gilt der Tagestyp wie an jedem anderen Tag.
Planeten und Konstellationen
Die Planeten Merkur bis Neptun folgen der Theorie VSOP87 von Pierre Bretagnon und Gérard Francou, Pluto einer eigenen Rechnung. Daraus kommen Trigone, Oppositionen und Konjunktionen, die Fäll- und Saatzeiten der Bäume und die Kräftetrigone, die einen Tag besonders günstig machen.
Gegengeprüft
Die Rechnung ist gegen astronomy-engine geprüft, eine Bibliothek auf Grundlage der Ephemeriden des Jet Propulsion Laboratory. Von Oktober 2026 bis September 2027 liegen die Sternbildwechsel im Mittel 0,06 Minuten daneben, die Mondphasen 0,5 Minuten, die Mondknoten 0,3 Minuten. Der Tagestyp um 12 Uhr stimmt an allen Tagen des Zeitraums. Die Planeten weichen von 2026 bis 2030 höchstens 20 Bogensekunden von den JPL-Ephemeriden (Horizons) ab.
Ort und Zeitzone
Jeder Tag wird in der Zeitzone des Ortes gerechnet, Uhrzeiten stehen in Ortszeit. Auf der Südhalbkugel kehrt sich der Mondlauf um: Steigt der Mond für Europa, sinkt er für Australien. Die Kalender-App stellt das nach Ort oder nach Wahl um.
Quellen
- Jean Meeus: Astronomical Algorithms. 2. Auflage, Willmann-Bell 1998
- Eugène Delporte: Délimitation scientifique des constellations. Internationale Astronomische Union, Cambridge 1930
- Pierre Bretagnon, Gérard Francou: Planetary theories in rectangular and spherical variables. VSOP87 solutions. Astronomy and Astrophysics 202 (1988)
- astronomy-engine (Don Cross, MIT-Lizenz), zur Gegenprüfung
- JPL Horizons, NASA Jet Propulsion Laboratory, zur Gegenprüfung der Planeten
- Maria Thun: Aussaattage (jährlich), für die Zuordnung der Sternbilder zu den Tagestypen
- Pierre Masson: Landwirtschaft, Garten- und Weinbau biodynamisch, für die Regeln zu Knoten, Erdnähe und Mondlauf
Häufige Fragen zur Rechnung
Rechnet Dyyna nach Sternbildern oder nach Tierkreiszeichen?
Nach Sternbildern. Der Tagestyp hängt am Sternbild, vor dem der Mond tatsächlich steht, mit den Grenzen der Internationalen Astronomischen Union.
Wie genau sind die Uhrzeiten?
Die Sternbildwechsel liegen im Mittel unter einer Minute neben den JPL-basierten Werten von astronomy-engine, die Mondphasen ebenso.
Gilt der Kalender auch außerhalb Deutschlands?
Ja. Jeder Tag wird in der Zeitzone des Ortes gerechnet. Auf der Südhalbkugel kehrt sich der Mondlauf um, die Kalender-App stellt das um.