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Dyynavon PräparatekisteDyyna von Präparatekiste

Wissen · Mondlauf

Aufsteigender und absteigender Mond

Der Mond läuft nicht nur durch seine Lichtphasen, er steigt am Himmel auch höher und wieder tiefer. Dieser Auf- und Abstieg heißt Mondlauf, und im biodynamischen Kalender hängt daran, wann geerntet und wann gepflanzt wird.

Zwei Bewegungen, die oft verwechselt werden

Mondlauf: die Bahn

Was sich ändert
Wie hoch der Mond am Himmel steht.
Ein Umlauf
Gut 27 Tage, vom höchsten bis zum tiefsten Stand und zurück.
Woran man es sieht
An der Höhe über dem Horizont, nicht an der Form.
Die Wörter
Aufsteigend und absteigend.

Mondphase: das Licht

Was sich ändert
Wie viel von der beleuchteten Seite zu sehen ist.
Ein Umlauf
Gut 29 Tage, von Neumond zu Neumond.
Woran man es sieht
An Sichel, Halbmond und Vollmond.
Die Wörter
Zunehmend und abnehmend.

Ein aufsteigender Mond kann zunehmen oder abnehmen — die beiden Bewegungen laufen unabhängig voneinander. Drei Fachkalender warnen in ihren eigenen Ausgaben wörtlich vor dieser Verwechslung.

Was der Mondlauf ist

Die Bahn des Mondes ist gegen den Himmelsäquator geneigt. Deshalb steht der Mond an manchen Tagen hoch über dem Horizont und an anderen flach darüber — genau wie die Sonne im Lauf eines Jahres. Was die Sonne in zwölf Monaten durchläuft, schafft der Mond in gut 27 Tagen.

Steigt der Mond von Tag zu Tag höher, heißt er aufsteigend; sinkt er, absteigend. Den Wendepunkt nach oben und den nach unten führt der Kalender als eigene Marken.

Aufsteigend ist nicht zunehmend

Der zunehmende Mond wird heller, der aufsteigende steht höher. Das eine ist Licht, das andere Bahn. Beide Bewegungen laufen gleichzeitig und unabhängig: Ein zunehmender Mond kann gerade absteigen, ein abnehmender aufsteigen.

Die Verwechslung ist so verbreitet, dass mehrere Fachkalender sie in ihren eigenen Ausgaben ansprechen — die spanische Thun-Ausgabe gleich zweimal, dazu die tschechische Ausgabe und Demeter Polska.

Was in der Praxis daran hängt

Die biodynamische Praxis legt bestimmte Arbeiten in den aufsteigenden, andere in den absteigenden Mond. Aufsteigend gilt als Zeit für Ernte, Veredeln und Schnittblumen; absteigend als Zeit für Pflanzen, Umpflanzen, Schnitt und Kompost.

Dahinter steht das Bild der Saftströme: Beim aufsteigenden Mond wird der Saft im oberen Teil der Pflanze verortet, beim absteigenden in Wurzel und Boden. Deshalb erntet man nach diesem Bild lieber aufsteigend, wenn das Erntegut frisch bleiben soll, und pflanzt lieber absteigend, wenn die Wurzel anwachsen soll.

Die Wurzelaktivität folgt demselben Bild: Der absteigende Mond gilt als die Zeit, in der die Pflanze nach unten arbeitet. Umgetopft, gedüngt und beschnitten wird deshalb bevorzugt dann.

Beim Winterschnitt von Bäumen und Reben unterscheidet Pierre Masson: Der Schnitt im absteigenden Mond kräftigt schwache Pflanzen, der Schnitt im aufsteigenden Mond bremst zu kräftigen Wuchs.

Knoten, Erdnähe, Erdferne

Zweimal im Umlauf kreuzt der Mond die Bahnebene der Erde. Diese beiden Punkte heißen Mondknoten. Der biodynamische Kalender führt sie als Stunden, in denen nicht gesät und nicht gepflanzt wird, unabhängig vom Tagestyp.

Ebenfalls zweimal im Umlauf steht der Mond der Erde am nächsten und am fernsten: Erdnähe (Perigäum) und Erdferne (Apogäum). Die Erdnähe gilt im Kalender als weniger günstig für die Aussaat. Um die Erdferne führt er einen Impuls zur Blüte, wenn der Mond dabei vor einem Erd- oder Wassersternbild steht. Beide sind astronomische Punkte und haben mit dem Auf- und Abstieg nichts zu tun — der Mond kann in Erdnähe aufsteigen oder absteigen.

Häufige Fragen zum Mondlauf

Was ist der aufsteigende Mond?

Der Mond steht von Tag zu Tag höher über dem Horizont. Ein Auf- und Abstieg dauert zusammen gut 27 Tage. In der biodynamischen Praxis ist das die Zeit für Ernte, Veredeln und Schnittblumen.

Was ist der Unterschied zwischen aufsteigendem und zunehmendem Mond?

Der aufsteigende Mond steht höher am Himmel, der zunehmende wird heller. Das eine ist die Bahn, das andere das Licht. Beide laufen unabhängig voneinander: Ein zunehmender Mond kann gerade absteigen.

Was macht man bei absteigendem Mond?

Pflanzen, Umpflanzen, Schnitt und Kompost. Nach dem Bild der Saftströme arbeitet die Pflanze dann nach unten, in Wurzel und Boden.

Wie lange dauert ein Mondlauf?

Gut 27 Tage vom höchsten Stand über den tiefsten und zurück. Die Lichtphasen brauchen mit gut 29 Tagen etwas länger — deshalb verschieben sich die beiden Rhythmen gegeneinander.

Was sind die Mondknoten?

Die beiden Punkte, an denen der Mond die Bahnebene der Erde kreuzt. Der biodynamische Kalender führt sie als Stunden, in denen nicht gesät und nicht gepflanzt wird.

Was bedeuten Erdnähe und Erdferne?

Erdnähe (Perigäum) ist der Punkt, an dem der Mond der Erde am nächsten steht, Erdferne (Apogäum) der fernste. Die Erdnähe gilt im Kalender als weniger günstig für die Aussaat.

Gartenarbeit nach dem Mond