Wissen · Mondphasen
Mondphasen im Garten
Von Neumond zu Neumond wächst das Licht des Mondes und nimmt wieder ab. Die gärtnerische Tradition legt bestimmte Arbeiten in den zunehmenden, andere in den abnehmenden Mond. Den Vollmond nutzt sie für die Ernte von Kräutern.
Zunehmend und abnehmend im Überblick
Zunehmender Mond
- Zeitraum
- Von Neumond bis Vollmond.
- Am Himmel
- Die Sichel wird jeden Abend breiter.
- Gilt als Zeit für
- Die Aussaat von Blatt- und Fruchtgemüse.
- Am Ende
- Vollmond: Kräuterernte; Getreide wird davor gesät.
Abnehmender Mond
- Zeitraum
- Von Vollmond bis Neumond.
- Am Himmel
- Der Mond geht später auf und wird schmaler.
- Gilt als Zeit für
- Pflanzen, Pikieren und Verpflanzen.
- Am Ende
- Neumond: der nächste Umlauf beginnt.
Im biodynamischen Kalender kommt der Tagestyp zuerst, die Phase als zweite Schicht, und über beiden steht das Wetter. Ist der Boden zu nass oder zu kalt, wird verschoben.
Ein Umlauf in vier Abschnitten
Von Neumond zu Neumond vergehen gut 29 Tage. In dieser Zeit wächst die beleuchtete Seite des Mondes, bis sie bei Vollmond ganz zu sehen ist, und schwindet danach wieder. Der Kalender führt Neumond, erstes Viertel, Vollmond und letztes Viertel mit Datum und Uhrzeit.
Die Phase sagt, wie viel Licht der Mond zeigt. Wie hoch er am Himmel steht, ist eine andere Bewegung: der Mondlauf, aufsteigend und absteigend. Beide laufen unabhängig voneinander.
Der zunehmende Mond
Mit dem wachsenden Licht verbindet die Tradition steigende Saft- und Keimprozesse. Die Zeit zwischen Neumond und Vollmond gilt deshalb als Zeit für die Aussaat von Blatt- und Fruchtgemüse — Salat, Spinat und Tomaten in der Vorkultur, Bohnen ins Freie, wenn der Boden warm genug ist.
Vollmond und Neumond
Der biodynamische Kalender sperrt die Stunden um Vollmond und Neumond nicht. Ungünstig sind die Mondknoten, die Erdnähe des Mondes, Planetenknoten, Bedeckungen und Finsternisse; um Voll- und Neumond gilt der Tagestyp wie an jedem anderen Tag.
Pierre Masson zählt den Vollmond wie die Erdnähe zu den Zeiten, die stark vom Wasser geprägt sind. Wurzelgemüse, das eingelagert werden soll, erntet er deshalb im absteigenden Mond und nicht bei Vollmond. Getreide, vor allem Roggen, keimt nach seinen Angaben besser und bringt mehr Ertrag, wenn es vor Vollmond gesät wird; vor Neumond gesät, keimt es schlechter.
Den Vollmond nutzt die Tradition für die Ernte von Kräutern und Heilpflanzen, weil ätherische Öle und Zucker dann als hoch gelten. Fällt er mit der Erdnähe des Mondes zusammen, gilt die Zeit als günstig für Pilzkrankheiten; Pierre Masson rät dann, auf Schnitt und Blütenernte zu verzichten und vorbeugend Schachtelhalm zu spritzen.
Der abnehmende Mond
Mit dem schwindenden Licht, so das Bild der Tradition, ziehen die Wachstumskräfte stärker in den Wurzelbereich. Die Zeit zwischen Vollmond und Neumond gilt deshalb als günstig zum Pflanzen, Pikieren und Verpflanzen. Wurzelgemüse wie Möhren und Radieschen werden bevorzugt dann gesät, wenn der Mond zugleich absteigt.
Phase, Tagestyp und Wetter
Die Phase ist im biodynamischen Kalender die zweite Schicht. Zuerst wird der passende Tagestyp gesucht — Wurzeltag für Möhren, Blatttag für Salat —, dann die Phase geprüft, zuletzt das Wetter. Ist der Boden zu nass oder zu kalt, wird trotz günstigem Mondfenster verschoben.
Häufige Fragen zu den Mondphasen im Garten
Darf man bei Vollmond säen?
Ja. Der biodynamische Kalender sperrt die Stunden um Vollmond nicht, es gilt der Tagestyp. Getreide wird nach Pierre Masson am besten vor Vollmond gesät.
Was sät man bei zunehmendem Mond?
Die Tradition legt die Aussaat von Blatt- und Fruchtgemüse in die Zeit zwischen Neumond und Vollmond — Salat, Spinat, Tomaten, Bohnen. Den Ausschlag gibt im biodynamischen Kalender aber zuerst der Tagestyp.
Was macht man bei abnehmendem Mond im Garten?
Pflanzen, Pikieren und Verpflanzen. Nach dem Bild der Tradition ziehen die Wachstumskräfte dann stärker in den Wurzelbereich.
Was ist wichtiger, die Mondphase oder der Tagestyp?
Im biodynamischen Kalender der Tagestyp. Die Phase kommt als zweite Schicht dazu, und über beiden steht das Wetter.
Soll man bei Vollmond schneiden?
Fällt der Vollmond mit der Erdnähe des Mondes zusammen, rät Pierre Masson von Schnitt und Blütenernte ab, weil die Zeit als günstig für Pilzkrankheiten gilt. Vorbeugend wird dann Schachtelhalm gespritzt.
Wie lange dauert ein Mondzyklus?
Von Neumond zu Neumond gut 29 Tage. Der Mondlauf, das Auf- und Absteigen, braucht mit gut 27 Tagen etwas weniger.
Gartenarbeit nach dem Mond
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