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Wissen · Biodynamischer Garten

Biodynamisch gärtnern: der Einstieg

Biodynamisch gärtnern heißt: nach dem Kalender säen und pflanzen, den Kompost mit den Präparaten aufsetzen und Boden und Pflanzen mit Hornmist und Hornkiesel pflegen. Für den Anfang reichen ein Kalender, ein Eimer und eine Handvoll Präparate.

Was biodynamisch im Garten heißt

Die biodynamische Wirtschaftsweise geht auf den Landwirtschaftlichen Kurs zurück, den Rudolf Steiner 1924 in Koberwitz gehalten hat. Im Garten ruht sie auf drei Dingen: dem Rhythmus von Mond und Sternbildern, einem lebendigen Kompost und den Präparaten. Dazu kommt, was jeder ökologische Garten kennt: keine chemisch-synthetischen Dünger und Spritzmittel, Fruchtfolge, Mischkultur und Gründüngung.

Erster Schritt: nach dem Kalender säen

Jede Pflanze gehört an den Tagestyp ihres Pflanzenteils: Möhren an den Wurzeltag, Salat an den Blatttag, Blumen und Brokkoli an den Blütentag, Tomaten und Bohnen an den Fruchttag. Gepflanzt und umgepflanzt wird bei absteigendem Mond, geerntet bei aufsteigendem. Einige Stunden um Mondknoten und Erdnähe bleiben frei.

Das Wetter geht vor. Ist der Boden zu nass oder zu kalt, wartet man auf den nächsten passenden Tag; er kommt nach etwa neun Tagen wieder.

Zweiter Schritt: Kompost mit Präparaten

Die fünf festen Kompostpräparate, Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde und Löwenzahn (502 bis 506), werden als kleine Klümpchen in Löcher im Komposthaufen gesteckt. Baldrian (507) wird verdünnt darübergegossen oder gesprüht. Ein Satz reicht für rund zehn Kubikmeter festen Dünger, also gut für den Gartenkompost.

Pierre Masson setzt Kompost im Frühjahr von März bis Mai bei absteigendem Mond auf. Ausgebracht wird er am besten im Herbst, ab dem absteigenden Mond im August bis Ende November.

Dritter Schritt: Hornmist und Hornkiesel

Hornmist (500) pflegt Boden und Wurzel. Für einen Garten bis 1.000 Quadratmeter reichen 10 bis 20 Gramm in fünf bis zehn Litern Wasser (Masson). Eine Stunde gerührt, kommt er am späten Nachmittag in groben Tropfen auf den Boden: im Frühjahr an dem Tag, an dem der größte Teil der Beete zur Saat vorbereitet ist, im Herbst nach dem Abernten (Wistinghausen).

Hornkiesel (501) fördert Licht, Reife und Geschmack. Im Garten genügt etwa ein Viertelgramm in fünf bis zehn Litern für bis zu 1.000 Quadratmeter, morgens als feiner Nebel über die Pflanzen. Salat und Kohl bekommen ihn, wenn sie Köpfe bilden, Wurzelgemüse zwei bis drei Wochen vor der Ernte am Abend. Drei bis vier Spritzungen im Jahr sind im Garten üblich.

Fladenpräparat und Schachtelhalm

Das Fladenpräparat nach Maria Thun bringt die Kompostpräparate auch dorthin, wo kein Kompost liegt. Im Hausgarten reichen 20 Milliliter in zwei Litern Wasser für 200 Quadratmeter, 20 Minuten gerührt. Bewährt haben sich zwei Gaben im März vor der Aussaat und eine im November nach der Ernte.

Ackerschachtelhalm (508) wird als Tee vorbeugend gegen Pilzkrankheiten gespritzt, am besten in den zwei Tagen vor Vollmond, morgens bei klarem Wetter.

Das erste Jahr

März: Fladenpräparat zweimal vor der Aussaat. Ende März bis Anfang Mai: Hornmist auf die vorbereiteten Beete, Kompost aufsetzen und präparieren. Mai bis September: Hornkiesel drei- bis viermal, je nach Kultur. Mitte August bis Ende Oktober: Hornmist nach dem Abernten, reifen Kompost ausbringen. November: Fladenpräparat nach der Ernte. Dazwischen säen und pflanzen nach dem Kalender.

Was man braucht

Einen Kalender mit den Tagestypen. Ein rundes Gefäß mit zehn bis dreißig Litern Inhalt, zur Hälfte gefüllt, zum Rühren. Einen Handbesen für die groben Hornmist-Tropfen und einen feinen Sprüher für den Hornkiesel. Dazu die Feldspritzpräparate und einen Satz Kompostpräparate.

Häufige Fragen zum biodynamischen Gärtnern

Was braucht man, um biodynamisch zu gärtnern?

Einen Aussaatkalender, einen Eimer zum Rühren, einen Handbesen und einen Sprüher, Hornmist, Hornkiesel und einen Satz Kompostpräparate.

Wie viel Hornmist braucht ein Garten?

10 bis 20 Gramm in fünf bis zehn Litern Wasser für bis zu 1.000 Quadratmeter, im Frühjahr und im Herbst.

Ist biodynamisch dasselbe wie bio?

Biodynamisch ist eine Form des ökologischen Anbaus. Dazu kommen die Präparate und der Kalender. Das Demeter-Siegel steht für zertifizierte biodynamische Betriebe.

Wann fängt man an?

Mit dem nächsten passenden Tag im Kalender und dem nächsten Kompost. Hornmist kommt im Frühjahr oder im Herbst, das Fladenpräparat im März oder November.

Gartenarbeit nach dem Mond