Feldspritzpräparate
Feldspritzpräparate sind die biodynamischen Präparate, die in Wasser gerührt und auf Boden und Pflanzen gespritzt werden: Hornmist (500), Hornkiesel (501) und der Ackerschachtelhalm (508).
Was sind Feldspritzpräparate?
Feldspritzpräparate sind die Gruppe der biodynamischen Präparate, die in Wasser gerührt und großflächig auf Boden oder Pflanzen gespritzt werden. Damit unterscheiden sie sich grundlegend von den Kompostpräparaten (502–507), die nicht gespritzt, sondern in Kompost und Wirtschaftsdünger eingebracht werden. Der Begriff bündelt die Präparate, deren Anwendungsweg das Spritzen ist.
Nach biodynamischem Verständnis „sensibilisieren" die beiden zentralen Feldspritzpräparate Boden und Pflanze für die kosmischen und irdischen Kräftewirkungen. Sie bilden eine Polarität, sollen aber in der Anwendung als Einheit betrachtet werden.
Welche Präparate gehören dazu?
Zu den Feldspritzpräparaten zählen drei:
Hornmist 500 (500) — aus Kuhmist im Kuhhorn, das Bodenpräparat. Es wirkt in erster Linie über Boden und Wurzelsystem (auch über das junge Blatt), fördert die Lebenskräfte und aktiviert die Fähigkeit der Pflanze, sich über die Wurzelsymbionten stärker mit dem Mineralischen zu verbinden. Es wird abends auf den Boden gespritzt.
Hornkiesel 501 (501) — aus Quarzmehl im Kuhhorn, das Licht- und Reifepräparat. Es verstärkt die Fähigkeit der Pflanze, sich mit den kosmischen Kräften — vor allem dem Sonnenlicht — zu verbinden, und fördert Gestaltungs- und Reifeprozesse. Es wird morgens auf die Pflanze gesprüht.
Ackerschachtelhalm 508 (508) — als Tee oder Brühe gegen Pilzdruck gespritzt. Er nimmt eine Sonderstellung ein: kein klassisches Hüllen-Präparat, sondern ein Pflegemittel, das aber über den Spritzweg angewendet wird.
Die Polarität von Hornmist und Hornkiesel
Hornmist und Hornkiesel bilden das zentrale Gegensatzpaar der Biodynamik. Steiner beschrieb es im Landwirtschaftlichen Kurs bildhaft: „… dann würden Sie sehen, wie der Kuhhornmist von unten heraufstößt, das andere von oben zieht, weder zu schwach, noch zu stark zieht." Es sind also zwei unterschiedliche Kräftewirkungen, die harmonisch zusammenwirken sollen.
Diese Polarität prägt schon Herstellung und Lagerung: Hornmist wird über die dunkle, feuchte, kühle Winterzeit hergestellt, dunkel-feucht-kühl gelagert und auf den Boden bzw. in den Wurzelraum gebracht. Hornkiesel wird über den Sommer (ebenfalls im Boden) hergestellt, hell-trocken-warm gelagert und im Blatt-, Blüten- und Fruchtbereich angewandt. Erst beide zusammen ergeben nach biodynamischem Verständnis die vollständige, harmonisierende Wirkung — der Hornmist bildet die Grundlage, auf der der Hornkiesel richtig wirken kann.
Wie werden sie ausgebracht?
Vor dem Spritzen werden Hornmist und Hornkiesel eine Stunde lang rhythmisch gerührt — das Dynamisieren —, damit sich ihr Kräftegehalt auf das Wasser überträgt. Danach wird zügig ausgebracht, da die Wirkung des gerührten Präparats nach etwa einem Tag nachlässt. Die Tageszeiten sind bewusst gegensätzlich: Hornmist abends auf den Boden (in groben Tropfen), Hornkiesel morgens auf die Pflanze (fein vernebelt). Bei extremer Trockenheit hat sich das Zusammenspiel bewährt — abends Hornmist, am nächsten Morgen Hornkiesel. Der Schachtelhalm wird als gekochter, verdünnter Auszug vorbeugend gegen Pilze gespritzt, oft zusammen mit Hornkiesel zur Unterstützung der Kieselprozesse. Mehr zur Technik, zu Mengen und Zeitpunkten unter Präparate ausbringen.
Feldspritzpräparate und Demeter
Für Demeter-Betriebe sind Hornmist und Hornkiesel verpflichtend — sie müssen mindestens einmal (zeitgerecht) pro Jahr ausgebracht werden, damit eine Fläche als „Demeter in Umstellung" oder „Demeter" anerkannt wird; dasselbe gilt für die Kompostpräparate. Damit sind die Feldspritzpräparate, neben den Kompostpräparaten, der Kern der biodynamischen Pflichtarbeit (siehe Demeter-Zertifizierung).
Häufige Fragen zu Feldspritzpräparaten
Welche Präparate sind Feldspritzpräparate?
Hornmist (500), Hornkiesel (501) und der Ackerschachtelhalm (508).
Was ist der Unterschied zu den Kompostpräparaten?
Feldspritzpräparate werden in Wasser gerührt und gesprüht; Kompostpräparate (502–507) werden in Kompost und Wirtschaftsdünger eingebracht.
Wie hängen Hornmist und Hornkiesel zusammen?
Sie bilden ein Gegensatzpaar: Hornmist „stößt von unten herauf" (Boden, Wurzel), Hornkiesel „zieht von oben" (Licht, Reife). Erst zusammen ergeben sie die volle harmonisierende Wirkung; der Hornmist ist die Grundlage für das richtige Wirken des Hornkiesels.
Warum gehört der Ackerschachtelhalm dazu?
Weil er gespritzt wird — als Tee oder Brühe gegen Pilzdruck. Er ist allerdings kein klassisches Präparat, sondern ein Pflegemittel mit Sonderstellung.