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Präparate ausbringen

Wie biodynamische Präparate ausgebracht werden: Spritzpräparate werden gerührt und gesprüht (Hornmist abends, Hornkiesel morgens), Kompostpräparate in den Dünger eingebracht.

Wie werden biodynamische Präparate ausgebracht?

Die Art der Ausbringung hängt vom Präparatetyp ab. Die beiden Gruppen — Feldspritzpräparate und Kompostpräparate — werden grundsätzlich unterschiedlich angewendet. Entscheidend ist in beiden Fällen die genaue Beobachtung von Boden und Pflanze: Wann ein Präparat ausgebracht wird, richtet sich nach Kultur, Witterung und Entwicklungsstand, nicht nach starren Terminen.

Spritzpräparate: rühren und sprühen

Hornmist 500 und Hornkiesel 501 werden vor der Anwendung eine Stunde lang in Wasser gerührt — das Dynamisieren. Danach wird zügig ausgebracht, da die Wirkung des gerührten Präparats nach etwa einem Tag nachlässt.

Es gelten zwei gegensätzliche Faustregeln, die den Charakter der beiden Präparate spiegeln: Hornmist wird abends (bzw. nachmittags) und auf den Boden gespritzt — in groben Tropfen, möglichst in den bewegten, frisch bearbeiteten oder zu bearbeitenden Boden, wenn die Kräfte in die Erde einziehen. Hornkiesel wird morgens (am besten noch im Tau) und auf die Pflanze gesprüht — in feinster Verteilung, sobald genügend grünes Blatt vorhanden ist. Klares Wetter unterstützt die Wirkung; heiße Mittagssonne sowie trocknende oder kalte Winde werden gemieden. Mit Beginn der Reife wird Hornkiesel auf den Nachmittag verlegt.

Zeitpunkt im Jahreslauf

Hornmist wird schwerpunktmäßig im Frühjahr und Herbst ausgebracht — zur Bodenvorbereitung vor Saat und Pflanzung, auf Wiesen, Weiden und frisch abgemähten Flächen, auf Stämme und in Baumkronen sowie bei anhaltender Trockenheit auf alle Kulturen. Im zeitigen Frühjahr möglichst früh, sobald Wiesen und Wintergetreide begeh- oder befahrbar sind; eine alte Marke ist St. Petrus (25. Februar), um den herum oft ein Wetterumschwung spürbar wird und das „innere Leben der Erde" wieder erwacht. Im Herbst wird nach der Ernte vor der Herbstaussaat gespritzt, gern ergänzt durch das Fladenpräparat als Rottelenker.

Hornkiesel begleitet die wachsende Pflanze: Es kann schon im Herbst auf gut entwickeltes Wintergetreide, im Frühjahr zur Anregung der Bestockung und ab dem zweiten bis dritten Blatt rhythmisch eingesetzt werden. Bewährt haben sich rhythmische Spritzungen zur Stärkung gegen Pilze und Insekten: zur gleichen Tageszeit an drei aufeinanderfolgenden Tagen (im 24-Stunden-Abstand), wiederholt im Abstand von zwei bis drei Wochen. Mehrfache Hornkiesel-Anwendung erhöht Ertrag, Ausreifung, Haltbarkeit und ausgeglichene Qualität.

Mengen

Die Angaben variieren je nach Region und Autor; bewährt haben sich in Mitteleuropa folgende Verhältnisse:

  • Hornmist: eine Portion (ein Horninhalt) auf die Wassermenge für 2.500 m² — je nach Feuchte rund 30–80 g auf 10–15 l. Pro Hektar also vier Horninhalte (≈ 120–300 g) auf 40–60 l Wasser. Bei großen Flächen und guter Technik lässt sich die Menge reduzieren (im englischsprachigen Raum oft etwa ein Horn pro Hektar). Am Schluss kann 1–2 cm³ Baldrian pro Hektar die letzten Minuten mitgerührt werden — das verstärkt die belebende Wirkung, besonders im kalten Frühjahr und vor Frostnächten.
  • Hornkiesel: eine Portion = 1 g auf 10–15 l Wasser für 2.500 m², entsprechend 4 g in 40–60 l auf einen Hektar Grün- und Ackerland; in Baum- und Strauchanlagen etwa 8 g.

Zur Förderung der Wurzelbildung kann Pflanzmaterial kurz vor dem Pflanzen mit der Wurzel in das gerührte Hornmistpräparat getaucht werden.

Kompostpräparate: einbringen

Die Kompostpräparate (502–507) werden nicht gesprüht, sondern in Kompost und Wirtschaftsdünger eingebracht: die fünf festen (502506) als Klümpchen in Bohrlöcher des Haufens, der flüssige Baldrian (507) verdünnt darübergesprüht oder -gegossen. Eine Serie reicht für rund zehn Kubikmeter festen Dünger. Eingebracht wird, sobald organische Substanz anfällt, und nach dem Umsetzen wiederholt.

Technik und Geräte

Im Hausgarten genügen ein Eimer und eine Handbürste (für grobe Tropfen beim Hornmist) oder ein feiner Sprüher (für den Hornkiesel-Nebel). Auf dem Feld kommen Rückenspritzen oder am Traktor montierte Spritztechnik zum Einsatz; als Tank eignen sich Kupfer- oder emaillierte Gefäße, während Kunststoff und Aluminium gemieden werden. Das gerührte Präparat wird vor dem Spritzen abgesiebt, damit die Düsen nicht verstopfen. Der Schachtelhalm-Sud (508) wird ebenfalls gespritzt — vorbeugend gegen Pilzdruck, oft zusammen mit Hornkiesel.

Häufige Fragen zum Ausbringen

Wann spritzt man Hornmist und Hornkiesel?

Hornmist abends/nachmittags auf den Boden, Hornkiesel morgens auf die Pflanze. Beide nach einstündigem Rühren und zügig ausgebracht.

Wie viel Präparat braucht man pro Hektar?

Hornmist rund 120–300 g (vier Horninhalte) auf 40–60 l Wasser, Hornkiesel etwa 4 g auf 40–60 l (Baum/Strauch ~8 g). Mengen je nach Region und Technik variabel.

Womit bringt man die Präparate aus?

Im Hausgarten mit Eimer und Bürste oder Handsprüher, auf dem Feld mit Rückenspritze oder Spritztechnik am Traktor; Tank aus Kupfer oder Emaille, nicht Kunststoff/Alu.

Werden Kompostpräparate auch gespritzt?

In der Regel nicht — sie kommen als Klümpchen in den Kompost. Ausnahme ist der flüssige Baldrian, der sich auch sprühen lässt.

Wie schnell nach dem Rühren muss man spritzen?

Möglichst zügig: Die Wirkung des gerührten Präparats lässt nach etwa einem Tag nach.

Biodynamisches Lexikon