Himmelsäquator
Der Erdäquator, an den Himmel übertragen. Wie weit ein Gestirn nördlich oder südlich davon steht, heißt Deklination. Steigt die Deklination des Mondes, spricht der Aussaatkalender vom aufsteigenden Mond.
Was ist der Himmelsäquator?
Denkt man sich den Äquator der Erde nach außen verlängert, bis er den Himmel trifft, entsteht der Himmelsäquator. Er teilt den Himmel in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Genau über den Polen der Erde liegen die Himmelspole. Der nördliche Himmelspol liegt nahe beim Polarstern, deshalb scheint der Polarstern stillzustehen, während sich der Himmel um ihn dreht.
Der Himmelsäquator ist gegen die Ekliptik, die Bahn der Sonne, um 23,44 Grad geneigt, so weit wie die Erdachse. Die beiden Linien schneiden sich im Frühlingspunkt und im Herbstpunkt. Steht die Sonne dort, ist Tagundnachtgleiche.
Deklination: nördlich oder südlich des Äquators
Wie weit ein Gestirn nördlich oder südlich des Himmelsäquators steht, heißt Deklination. Sie wird in Grad gemessen, nördlich positiv, südlich negativ. Der Himmelsäquator selbst hat die Deklination 0 Grad, der nördliche Himmelspol 90 Grad.
- Sonne: Sie steht zur Tagundnachtgleiche auf dem Äquator, zur Sonnenwende im Juni 23,44 Grad nördlich davon, im Dezember 23,44 Grad südlich.
- Mond: Er schwingt in gut 27 Tagen von Nord nach Süd und zurück. 2027 erreicht er an den Wendepunkten gut 27,5 Grad. In den Jahren der großen Mondwende sind es gut 28,7 Grad, zuletzt 2024 und 2025.
Wie hoch steht der Himmelsäquator bei uns?
Der Himmelsäquator zieht als Bogen von Ost über Süd nach West. Seine Höhe über dem Südhorizont ist 90 Grad minus die geographische Breite. In Berlin, auf 52,5 Grad Nord, steht er 37,5 Grad hoch, in München knapp 42 Grad.
Ein Gestirn auf dem Himmelsäquator geht genau im Osten auf und genau im Westen unter und steht rund zwölf Stunden über dem Horizont. Je weiter nördlich es steht, desto höher zieht es über den Himmel und desto länger bleibt es sichtbar.
Himmelsäquator und Mondlauf
Der auf- und absteigende Mond des Aussaatkalenders misst sich am Himmelsäquator. Nimmt die Deklination des Mondes zu, steigt sein Tagesbogen von Tag zu Tag höher: aufsteigender Mond. Nimmt sie ab, wird der Bogen flacher: absteigender Mond. Die Umkehrpunkte heißen Mondwende.
Davon zu unterscheiden sind die Mondknoten. Sie liegen auf der Ekliptik, dort, wo der Mond sie kreuzt. Die biodynamische Praxis legt Ernte, Veredeln und Schnittblumen in den aufsteigenden Mond, Pflanzen, Umpflanzen, Schnitt und Kompost in den absteigenden.
Quellen
- Himmelsäquator, Wikipedia
- Deklination (Astronomie), Wikipedia
Häufige Fragen zum Himmelsäquator
Was ist der Himmelsäquator einfach erklärt?
Der Äquator der Erde, an den Himmel übertragen. Er teilt den Himmel in eine nördliche und eine südliche Hälfte.
Was ist der Unterschied zwischen Himmelsäquator und Ekliptik?
Der Himmelsäquator folgt dem Äquator der Erde, die Ekliptik der Bahn der Erde um die Sonne. Beide sind um 23,44 Grad gegeneinander geneigt.
Was bedeutet Deklination?
Der Winkel zwischen einem Gestirn und dem Himmelsäquator, nach Norden positiv, nach Süden negativ.
Hat der aufsteigende Mond etwas mit dem zunehmenden Mond zu tun?
Nein. Aufsteigend beschreibt die Deklination, zunehmend die Lichtphase. Mehr unter Aufsteigend ist nicht zunehmend.