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Präparatearbeit im November — letzte Gaben, Kompost und Baumanstrich

Im November schließt das Kompostfenster, nach dem Laubfall kommt der Baumanstrich, und die Feldspritzpräparate bekommen ihre letzten Gaben vor dem Frost.

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Im November endet das Präparatejahr draußen. Der Kompost bekommt die Kompostpräparate und kommt aufs Land, Obstbäume und Reben werden nach dem Laubfall angestrichen, und die Feldspritzpräparate bekommen ihre letzten Gaben vor dem Frost. Die im Herbst vergrabenen Präparate ruhen über Winter im Boden.

Der November auf einen Blick

  • Kompostpräparate (502–507) beim Aufsetzen des Komposts einsetzen
  • Präparierten Kompost ausbringen: am Obst bis Mitte November, im Rebberg, auf Acker und Gemüseflächen bis Ende November
  • Komposthaufen wintertauglich machen: Spitze gewölbt, 15 bis 20 cm Stroh
  • Baumanstrich nach dem Laubfall: Kuhfladen, Ton, Molke, Schachtelhalm
  • Hornmist (500): letzte Gabe vor dem ersten Frost, falls sie im Oktober ausgefallen ist
  • Fladenpräparat auf abgeernteten Flächen und beim Einarbeiten von Laub und Mist
  • Ackerschachtelhalm (508): letzte Gaben des Herbstfensters
  • Hornkiesel (501) im Wintergetreide ab dem Dreiblattstadium
  • Baldrian (507) als Frostschutz
  • Nachtfrost angesagt: Die Spritze bleibt stehen

Kompost: präparieren, ausbringen, einwintern

Kompost, der jetzt aufgesetzt wird, bekommt die Kompostpräparate: Schafgarbe (502), Kamille (503), Brennnessel (504), Eichenrinde (505), Löwenzahn (506) und Baldrian (507). Für Demeter-Betriebe ist das Pflicht: Die Kompostpräparate gehören in alle Komposte und organischen Wirtschaftsdünger, auch in zugekaufte (Demeter-Richtlinien 2026, Kap. II.2.4). Wie die Präparate in den Haufen kommen, beschreibt der Artikel Kompostpräparate anwenden.

Reifer Kompost riecht nach Erde oder Unterholz, das Ausgangsmaterial ist kaum noch zu erkennen. Auf Acker und Gemüseflächen kommt er bis Ende November aus. Am Obst endet die Düngung Mitte November, im Rebberg kommt der Kompost am besten vor Ende November aus (Masson, S. 192).

Haufen, die über Winter liegen, werden mit gewölbter Spitze aufgesetzt und mit 15 bis 20 cm Stroh abgedeckt. Mit Erde abgedeckt reichen 2 bis 5 cm.

Baumanstrich nach dem Laubfall

Sobald das Laub liegt, bekommen Obstbäume und Reben ihren Anstrich. Pierre und Vincent Masson nennen das Spritzen einer Mischung aus Tonerde, Kuhfladen und Schachtelhalm zum Laubfall „sehr wichtig“ (S. 192). Der Termin richtet sich nach dem Laubfall, nicht nach dem Kalendermonat.

Vorbereiten: Flechten, Moos und lockere Borke vorsichtig mit einem Kratzer entfernen, bis an die grüne, belebte Rinde. Wistinghausen legt diese Rindenpflege am liebsten um Michaeli (Arbeitsheft Nr. 2, S. 82).

Zum Streichen nach Masson (S. 75): Kuhfladen, Ton und Molke zu gleichen Teilen verrühren. Der Anstrich kommt im November auf, bei Bedarf ein zweites Mal im Februar oder März.

Zum Streichen nach Wistinghausen (S. 82): traditionell je ein Drittel Kuhfladen, Lehm und Sand. Der Kuhfladen darf auch weniger als ein Drittel sein, gute, bindige Gartenerde kann den Lehm ersetzen. Das Wasser für die Mischung kann ganz oder teilweise Schachtelhalmtee sein.

Zusätze: Walter Stappung nennt für den Baumanstrich Sammelpräparat, Hornmist oder präparierten Hornmist, Ackerschachtelhalmtee und eventuell Hornkiesel (Kap. 1A42).

Zum Spritzen im Rebberg (nach Duvivier): je Hektar 300 Liter Wasser, 15 kg Ton, 100 g Schachtelhalm und 25 bis 30 Liter Molke.

Fertig gemischt: Das Baumpaste-Konzentrat der Präparatekiste beruht auf der Rezeptur von Maria Thun. Das trockene Konzentrat wird mit Regenwasser, Molke oder Ackerschachtelhalm (508) angerührt, bis es sich mit Pinsel oder Quast leicht streichen lässt; ein Liter ergibt das Zehn- bis Zwanzigfache an fertiger Paste. Für dünne Äste wird es mit Schachtelhalm weiter verdünnt, gut gefiltert und gespritzt. Mehr zur Mischung steht im Lexikon unter Baumpaste.

Die letzten Gaben der Feldspritzpräparate

Grünland und Acker

  • Grünland: nach der letzten Nutzung Hornmist und Fladenpräparat.
  • Getreide: Fladenpräparat zur Stoppelbearbeitung und zum Düngen, Hornmist zur Herbstbestellung, Hornkiesel im Wintergetreide ab dem Dreiblattstadium.
  • Ackerschachtelhalm: die letzten Gaben des Herbstfensters, morgens.

Gemüsegarten

  • Fladenpräparat auf abgeerntete Flächen.
  • Hornmist und Hornkiesel nach Entwicklungsstand.
  • Ackerschachtelhalm bei Pilzdruck.

Wein und Obst

  • Obst: Fladenpräparat auf die Blätter und Hornmist; eine Mistdüngung mit Fladenpräparat verbinden.
  • Wein: bei einer Herbst-Mistdüngung Fladenpräparat zugeben.

Hornmist nachholen, Frost abwarten

Wer den Hornmist im Oktober nicht mehr ausbringen konnte, holt ihn vor dem ersten Frost nach. Ist Nachtfrost angesagt, bleibt die Spritze stehen; Nieselregen ist dagegen günstig. Mit den ersten Frostnächten kommt Baldrian (507) als Frostschutz zum Einsatz: 5 bis 10 ccm Baldrianpräparat in 30 bis 100 Liter handwarmes Wasser, ausgebracht am Abend vor einer möglichen Frostnacht bei Windstille. Das hilft bei einzelnen Nächten mit leichtem Frost, bei längeren, härteren Frostperioden nicht (Wistinghausen, Arbeitsheft Nr. 2, S. 44).

Für Demeter-Betriebe gilt: Hornmist kommt mindestens einmal im Jahr während der Vegetationszeit auf alle Flächen (Demeter-Richtlinien 2026, Kap. II.2.4).

Wie viel Präparat braucht die eigene Fläche? Das rechnet der Präparaterechner.

Herstellung

Die im Herbst vergrabenen Präparate ruhen über Winter im Boden. An den Gruben gibt es im November nichts zu tun.

Die Tage im November

Für Kompost, Pflanzung und Bodenarbeit eignen sich die Tage mit absteigendem Mond, die Mondknoten werden gemieden (Masson, S. 84). Boden und Wetter gehen dabei dem Kalender vor, schreibt Masson an derselben Stelle. Die Tage für den eigenen Ort zeigt der Dyyna-Kalender.

Häufige Fragen

Wann wird der Baumanstrich gemacht?

Nach dem Laubfall, meist im November. Bei Bedarf ein zweites Mal im Februar oder März, vor dem Austrieb.

Kann man im November noch Hornmist spritzen?

Ja, wenn die Herbstgabe im Oktober ausgefallen ist, vor dem ersten Frost. Bei angesagtem Nachtfrost wird nicht gespritzt.

Bis wann kommt der Kompost aus?

Am Obst bis Mitte November, im Rebberg und auf Acker- und Gemüseflächen bis Ende November.

Welche Präparate kommen in den Kompost?

Die Kompostpräparate Schafgarbe (502), Kamille (503), Brennnessel (504), Eichenrinde (505), Löwenzahn (506) und Baldrian (507).

Quellen

  • Pierre und Vincent Masson: Landwirtschaft, Garten- und Weinbau biodynamisch, S. 75, 84 und 192.
  • Walter Stappung: Die Düngerpräparate Rudolf Steiners. Herstellung und Anwendung. Rüfenacht 2017, Kap. 1A42.
  • Christian von Wistinghausen, Wolfgang Scheibe, Hartmut Heilmann, Eckard von Wistinghausen, Uli Johannes König: Anleitung zur Anwendung der Biologisch-Dynamischen Feldspritz- und Düngerpräparate. Arbeitsheft Nr. 2, 4. erweiterte Auflage, Verlag Lebendige Erde, Darmstadt 2012, S. 44 und 82.
  • Demeter e.V.: Richtlinien 2026, Kap. II.2.4 (Präparate).
  • Biodynamisches Betriebsheft 2027, Kapitel November.

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