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Mäusdorfer Rottelenker

Der Mäusdorfer Rottelenker ist ein getrocknetes, gemahlenes Sammelpräparat mit den Kompostpräparaten. Er wird in Gülle, Mist und Kompost gestreut, um die Rotte zu lenken, und im Garten vor der Saat auf den Boden gespritzt.

Was ist der Mäusdorfer Rottelenker?

Der Mäusdorfer Rottelenker ist ein Sammelpräparat: eine Masse, in der die Kräfte der Kompostpräparate gebündelt sind. Er wird getrocknet und gemahlen und lässt sich deshalb als Pulver streuen. Eingesetzt wird er vor allem in Gülle, Mist und Tiefstall, dazu im Kompost und auf der Fläche.

Entwickelt haben ihn Christian von Wistinghausen und W. Scheibe in Mäusdorf, als Weiterentwicklung des Birkengrubenpräparats nach Max-Karl Schwarz und in Anlehnung an die Fladengrube nach Maria Thun (Wistinghausen u. a., Anwendung, Kap. 5.6). In den Quellen heißt er auch „Fladenpräparat Mäusdorfer Rottelenker“.

Herstellung

Die Grundmasse entsteht in der Birkengrube, mit Eierschalen, Basaltmehl, Bentonit, Kräuterzusätzen und den Kompostpräparaten. Sie wird mehrfach umgestochen und immer wieder neu präpariert. Ein Teil angerottet, ein Teil halb verrottet, wird die Substanz gemischt, noch einmal präpariert, mit viel Baldrianpräparat angereichert, getrocknet und gemahlen (Wistinghausen u. a., Anwendung, Kap. 5.6).

Anwendung in Gülle, Mist und Stall

  • Gülle: etwa 10 Gramm je Kubikmeter, also 1 Kilogramm je 100 Kubikmeter, im Eimer Wasser eingeweicht oder trocken als Pulver auf den Rosten verteilt. Wiederholt wird alle zwei bis vier Wochen oder öfter.
  • Stall: für etwa 50 Großvieheinheiten wöchentlich rund 100 Gramm, trocken ausgestreut im Mistgang, auf den Güllerosten, in der Vorgrube, im Tiefstall oder auf dem wachsenden Misthaufen.
  • Ausbringen: beim Mist-, Jauche- oder Güllefahren etwa 100 Gramm je Hektar auf den Wagen oder ins Fass streuen.

Je früher der Rottelenker in den Dünger kommt, desto früher beginnt die Rottelenkung. Alle Mengen nach Wistinghausen u. a. (Anwendung, Kap. 5.6).

Anwendung im Garten

Im Gartenbau wird der Rottelenker laufend über den wachsenden Komposthaufen gestreut. Drei Esslöffel, in einem Eimer Wasser eingeweicht, reichen für etwa 100 Quadratmeter: vor der Bestellung und nach der Ernte mit Handfeger oder Reisigbesen auf den Boden spritzen. Eingeweicht und immer wieder kurz verrührt, eignet er sich auch für Mulch, Gründüngung und Ernterückstände (Wistinghausen u. a., Anwendung, Kap. 5.6).

Rottelenker und Fladenpräparat

Beide Präparate bringen die Kompostpräparate auf die Fläche, auch dort, wo kein Kompost und kein Mist ausgebracht wird. Das Fladenpräparat nach Maria Thun reift in der Fladengrube, wird 15 bis 20 Minuten gerührt und gespritzt, zur Einarbeitung von Gründüngung und Ernterückständen, zur Winterfurche und auf Wiesen. Der Mäusdorfer Rottelenker ist getrocknet und gemahlen und wird vor allem gestreut, in Gülle, Mist und Stall.

Für den Garten ist das Fladenpräparat die gebräuchliche Form: Es wird wie der Rottelenker vor der Saat und nach der Ernte auf den Boden gespritzt.

Häufige Fragen zum Mäusdorfer Rottelenker

Was ist der Mäusdorfer Rottelenker?

Ein getrocknetes, gemahlenes Sammelpräparat aus der Birkengrube mit den Kompostpräparaten und viel Baldrian. Er lenkt die Rotte in Gülle, Mist und Kompost.

Wie wird der Rottelenker in der Gülle angewendet?

Etwa 10 Gramm je Kubikmeter Gülle, eingeweicht oder trocken auf die Roste gestreut, alle zwei bis vier Wochen wiederholt.

Wie wendet man den Rottelenker im Garten an?

Laufend über den Komposthaufen streuen. Für die Beete drei Esslöffel in einem Eimer Wasser einweichen und auf etwa 100 Quadratmeter vor der Saat und nach der Ernte ausspritzen.

Was ist der Unterschied zwischen Rottelenker und Fladenpräparat?

Der Rottelenker wird getrocknet und vor allem in Gülle, Mist und Stall gestreut. Das Fladenpräparat wird gerührt und auf den Boden gespritzt.

Biodynamisches Lexikon