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Fladenpräparat nach Maria Thun: Herstellung, Anwendung, Demeter-Regeln

Das Fladenpräparat bündelt die sechs Kompostpräparate in einer spritzbaren Masse. Originalrezept von Maria Thun, Mengen für Hof und Garten, die Stellen in der Demeter-Richtlinie, Abgrenzung zu Cow Pat Pit und Mäusdorfer Rottelenker.

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Das Fladenpräparat nach Maria Thun bringt die sechs Kompostpräparate auf die Fläche. Eingesetzt wird es überall dort, wo kein präparierter Mist und kein präparierter Kompost hinkommt: auf Acker und Wiese, in die Gülle, auf die Mistmatratze im Stall, unter die Gründüngung vor dem Einarbeiten. Die Demeter-Richtlinie verlangt es als Sammelpräparat im ersten Umstellungsjahr und in Gärtnereien und Dauerkulturen ohne eigenen Raufutterfresser-Mist.

Es wird 15 bis 20 Minuten gerührt, bleibt danach drei Tage spritzfähig und wird dreimal ausgebracht. 240 Gramm reichen für einen Hektar.

Dieser Artikel zeigt das Originalrezept mit allen Mengen, die Anwendung für Hof und Garten, die Stellen der Demeter-Richtlinie und den Unterschied zu Cow Pat Pit und Mäusdorfer Rottelenker.

Was das Fladenpräparat ist

Ein Sammelpräparat, auch Rottelenker genannt. Frischer, fester Kuhmist wird mit Basaltsand und gemahlenen Eierschalen eine Stunde lang von Hand durchgearbeitet, mit den Kompostpräparaten präpariert und in einem Holzfass oder einer Grube zur Reife gebracht. Das Ergebnis wird wie ein Feldspritzpräparat gerührt und ausgebracht.

Maria Thun stellte ihrer Originalbeschreibung einen Satz voran, der bis heute die häufigste Verwechslung ausräumt:

„Der Leser möge darauf achten, dass es sich bei folgender Darstellung nicht um das Hornmistpräparat 500 handelt, sondern um eine Intensivierung der Wirkung der Kompostpräparate."

Maria Thun, „Hinweise aus der Konstellationsforschung"

Hornmist 500 geht die Pflanze direkt an und wird zu den Aussaaten gegeben. Das Fladenpräparat arbeitet an der Umsetzung organischer Substanz. Wer beides hat, ersetzt das eine nicht durch das andere.

Warum Eierschale und Basalt

Die beiden ungewöhnlichen Zutaten haben eine Geschichte. Nach den oberirdischen Atombombenversuchen ab den späten 1940er-Jahren ging radioaktiver Niederschlag über die Felder Europas. Ehrenfried Pfeiffer befürchtete, dass darunter die Präparateherstellung und die Präparatewirkung leiden. Er und Maria Thun suchten nach einer Antwort.

Untersuchungen eines Freiburger Instituts hatten gezeigt, dass Pflanzen von Kalkverwitterungsböden weit weniger von diesen Stoffen einlagerten als Pflanzen vom kieseligen Boden derselben Landschaft. Thun ging der Sache über Jahre nach. Sie zerkleinerte verschiedene Substanzen zu grießartiger Konsistenz und gab sie in die Saatrillen und Pflanzlöcher von Sellerie, Spinat und Tomaten. Am deutlichsten war das Ergebnis bei der Hühnereierschale. Knochenmehl und Algenkalk wirkten schwächer. Der Basalt nahm, wie sie schrieb, „zwischen der kalkigen und der kieseligen Seite eine gewisse harmonische Stellung" ein.

Daraus wurden die Zuschläge des Fladenpräparats. Die gemahlene Eierschale steht für die Kalziumprozesse im Boden und die Regulierung des pH-Werts. Der Basalt bringt als Sandkörnung immer neue Verwitterungsprozesse in den Boden, die der Verbauung der Tonminerale zugutekommen, und bindet, direkt in den Stall gestreut, Stickstoff. Als Trägermaterial für alle drei Aspekte wählte Thun den Kuhfladen. Entwickelt hat sie das Präparat, wie sie es selbst formulierte, „als belebender Faktor bei radioaktiv verstrahlten Böden".

Veröffentlicht wurde das Rezept erstmals 1972 in den „Hinweisen aus der Konstellationsforschung". Seither hat sich an ihm nichts geändert. Thun selbst hat andere Größen- und Gewichtsverhältnisse gar nicht erst erprobt, weil sich bei ihren übrigen Versuchen gezeigt hatte, dass sich mit den Verhältnissen auch die Wirkungen ändern.

Der Zettel, der jahrelang jeder Lieferung beilag

Wedig von Bonin stellte auf Hof Eichwerder in Ostholstein über rund 30 Jahre das Fladenpräparat her, in engem Austausch mit Maria Thun. Es war sein liebstes Präparat. 1968 hatte er den Hof auf die biodynamische Wirtschaftsweise umgestellt und mit ihr die ersten Versuche damit gemacht.

Weil immer mehr Leute danach fragten, gründete er 2007 mit Simon die erste Präparate-GbR und stellte in Dornach den ersten Onlineshop für biodynamische Präparate vor. Der Shop hieß fladenpraeparat.de und führte nur dieses eine Präparat.

Jeder Lieferung lag ein Zettel bei: Thuns eigene Beschreibung, auf einer Seite, vom Trägermaterial bis zur Spritzung nach dem Abweiden der Koppeln. Hergestellt wird es bis heute, nach demselben Rezept, an denselben Maßstäben gemessen.

Das Originalrezept

Die Mengenangaben stammen aus Thuns eigener Darstellung. Christian von Wistinghausen gibt sie in der „Anwendung der Feldspritz- und Düngerpräparate" wortgleich wieder, Pierre und Vincent Masson führen dieselben Mengen mit kleinen Abweichungen in der Ausführung.

Zutaten für einen Ansatz

ZutatMengeWorauf es ankommt
Frische, feste Kuhfladenfünf Eimer zu zehn LiternVon Kühen, die lange genug Raufutter bekommen haben, bis der Mist gute Formung zeigt. Ohne Stroh, möglichst kein Silofutter. Auf der Weide die am besten geformten Fladen der letzten beiden Tage einsammeln.
Gemahlene Eierschale100 GrammTrocken und feinverrieben, die Haut bleibt drin. Kaffeemühle, Nudelholz oder Mörser.
Basaltsand500 GrammKörnung etwa 0,2 bis 0,5 Millimeter.
Kompostpräparate 502 bis 506ein Satz je Schicht, also zwei SätzeEinzeln in Löcher eingebracht, in beiden Schichten in derselben Anordnung.
Baldrianpräparat 507fünf TropfenZehn Minuten in einem Liter Wasser gerührt, darübergegossen.

Der Ablauf

  1. Mischen. Kuhfladen, Eierschale und Basaltsand kommen in eine runde Holzbütte. Eine Stunde lang mit dem Spaten umstechen und bewegen, das ist die Dynamisierung. Am besten schaufeln zwei Personen um, wie beim Anmachen von Mörtel. Thun ging dabei um den Behälter herum und bestand auf Handarbeit: Die Substanzen sollen als etwas betrachtet werden, das im Fertigwerden zu einer Art Organismus wird, und bei der Entstehung eines Organismus wollte sie so weit wie möglich auf Maschinen verzichten. Wer größere Mengen für eine Gruppe ansetzt, nimmt in der Praxis den Betonmischer.
  1. Das Gefäß vorbereiten. Ein Holzfass ohne Boden wird 40 bis 50 Zentimeter tief eingegraben, der Aushub ringsherum angeworfen. Haltbares Lärchenholz oder ausgelohte Eiche eignen sich, rostende Eisenreifen nicht. Thun bevorzugte runde Gefäße, weil in Ecken leicht Fehlgärungen entstehen. Für den Standort mied sie Kraftlinien und Adern im Boden.
  1. Erste Schicht präparieren. Die Hälfte der Masse einfüllen, fünf Löcher bis zur halben Tiefe stechen und in jedes eine Portion der festen Kompostpräparate geben, etwa zwei Gramm. Brennnessel in die Mitte. Löcher schließen.
  1. Zweite Schicht präparieren. Den Rest einfüllen, Löcher in derselben Anordnung stechen, dieselben Präparate in derselben Reihenfolge darübersetzen.
  1. Baldrian. Fünf Tropfen Baldrianpräparat zehn Minuten in einem Liter Wasser rühren, über die Masse gießen, auch rund ums Fass.
  1. Abdecken. Holzdeckel oder Brett drauf. Das Fass steht im Freien.
  1. Nach vier Wochen umstechen. Den Inhalt eine Stunde lang ununterbrochen mit dem Spaten umstechen und bewegen, dann erneut präparieren.
  1. Nach weiteren zwei bis drei Wochen ist das Präparat fertig. Reif ist es, wenn es schwärzlich, locker und krümelig geworden ist und den frischen Mistgeruch verloren hat. Max Karl Schwarz beschrieb den Geruch seines Birkengrubenpräparats als Duft nach Steinpilzen. Wer größere Mengen ansetzt oder im Spätjahr arbeitet, lässt länger reifen.

Angesetzt wird zwischen Frühjahr und Spätsommer, frostfrei. Thun empfahl für den Ansatz Tage mit dem Mond im Löwen oder in der Jungfrau. Auf vielen Höfen ist das Ansetzen ohnehin ein eigener Tag im Jahr, an dem der Präparatekreis zusammenkommt.

Was dabei schiefgehen kann

Die folgenden Punkte hat Michael Maltas nach einem misslungenen Ansatz zusammengetragen. Sie decken die meisten Fälle ab, in denen ein Fladenpräparat nicht durchreift:

  • Zu große Menge auf einmal. Bei über 200 Litern herrschen innen anaerobe Verhältnisse, obenauf bildet sich eine Kruste, darunter liegt unveränderter Mist. Kleinere Ansätze gelingen zuverlässiger.
  • Zu trocken. Im heißen Hochsommer angesetzt und nicht gewässert, kommt die Umsetzung nicht in Gang.
  • Frisches Eichenholz als Behälter. Die Gerbsäure hält die Mikroorganismen zurück. Ausgelohtes Holz ist unbedenklich.
  • Eckige Gefäße. In den Ecken entstehen Fehlgärungen.
  • Der Standort. Nicht neben Bäume setzen, deren Wurzeln in die Grube ziehen. Unter einer Schwarznuss trocknet der Boden aus, dazu kommen ihre Wurzelausscheidungen.
  • Mist von Kühen mit Kraftfutter. Der Fladen wird zu weich und formt sich schlecht.
  • Zu wenig Präparate für die Mistmenge. In jede Schicht gehört ein vollständiger Satz.

Anwendung

Rühren

15 bis 20 Minuten, abwechselnd rechts und links herum, wie bei Hornmist und Hornkiesel, nur ein Drittel der Zeit. Wenn möglich lauwarmes Regenwasser. Thun hat diese Verkürzung ausdrücklich als Rationalisierung beschrieben: Durch die Dynamisierung beim Ansetzen ist die Arbeit vorn schon getan.

Nach dem Rühren bleibt die Brühe mindestens 72 Stunden wirksam. Das ist der große praktische Vorteil gegenüber Hornmist, der innerhalb von zwei Stunden ausgebracht sein will. Auch bei Wasserqualität und Spritzgerät ist das Fladenpräparat gutmütig. Drei Gaben aus einer einzigen Rührung sind damit ohne Weiteres möglich.

Mengen

EinsatzMengeWasserFläche
Landwirtschaft240 Gramm35 bis 50 Literein Hektar
Thuns Originalangabe60 Grammzehn Literein Viertelhektar
Hausgarten20 Milliliterzwei Liter200 Quadratmeter
Stall, auf die Streumindestens 240 Gramm15 LiterStall für etwa 50 Kühe
Gülle und Jauche240 Gramm plus 240 Gramm Bentonitlauwarmes Wasser10 bis 15 Kubikmeter

Dreimal, nicht einmal. Die beste Wirkung auf die Bodenprozesse zeigen drei Spritzungen, ausgebracht aus derselben Rührung. Das gehört zum Rezept und ist keine Übervorsicht. Thun und Throll empfehlen abends, morgens, abends oder drei aufeinanderfolgende Tage. Wer nach Konstellationen arbeitet, legt die drei Gaben in ein Trigon des siderischen Mondrhythmus.

Wann im Jahreslauf

  • Zu jeder Mist-, Kompost- und Güllegabe, um die Umsetzung anzuregen.
  • Beim Einarbeiten von Gründüngung, Ernterückständen und Mulch, zur Stoppelbearbeitung, zum Umbruch von Kleegras und zur Winterfurche.
  • Im Grünland nach dem Abweiden der Koppeln, nach dem Heu- oder Siloschnitt und nach der letzten Nutzung im Herbst.
  • Im Obstbau nach einer Kompostdüngung, zum Häckseln des Schnittholzes und vor dem Laubfall, damit sich das Falllaub zügig umsetzt.
  • Im Stall täglich oder wöchentlich über die Mistplatte gegossen.
  • Im Gemüsebau als Kompoststarter für Stallmist und auf allen Flächen, die weder Mist noch Kompost bekommen.

Im Hausgarten hat sich zweimal im März vor der Aussaat und einmal im November nach der Ernte eingespielt.

Im Betrieb spart ein Frontfass die Extrafahrt: Gespritzt wird, während ohnehin gearbeitet wird.

Wofür es verwendet wird

Das Fladenpräparat wird als Rottelenker eingesetzt, überall dort, wo organische Substanz umgesetzt werden soll. Die Biodynamik empfiehlt es, um die Umsetzung von Mist, Kompost, Gülle, Gründüngung und Ernterückständen anzuregen, den Humusaufbau zu unterstützen und die Verbauung organischer Substanz mit dem Tonmineral zu fördern. Im Grünland wird es nach dem Abweiden und nach dem Schnitt gespritzt, um die Umsetzungen im Wiesenboden anzuregen. Im Stall wird es über die Mistmatratze gegossen, in die Gülle kommt es zusammen mit Bentonit, damit die Rotte früh gelenkt wird und der Stickstoff im Kreislauf bleibt.

Auf dem Acker wird es zum Pflügen verwendet, zur Stoppelbearbeitung, zum Umbruch von Kleegras und immer dann, wenn viel organische Masse in den Boden geht. Gyso von Bonin hat es genau so eingesetzt.

Maria Thun schließt ihre Originalbeschreibung mit einem Satz, an dem sich seither nichts geändert hat: „Es kann dem Praktiker wärmstens empfohlen werden."

Xavier Florin zählte das Fladenpräparat zu den drei tragenden Sprossen der biodynamischen Leiter. Für ihn stand es für die Kompostpräparate insgesamt, und genau darin liegt seine Aufgabe: Es bringt sie auf die Fläche, auch dort, wo keine Kuh steht.

Was in Braunschweig gemessen wurde

Maria Thun hat über zehn Jahre hinweg mit der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig zusammengearbeitet. Beteiligt waren dort das Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde unter Ewald Schnug und das Institut für ökologischen Landbau, als weiterer Partner die ägyptische SEKEM-Initiative. Schnug leitete das Institut seit 1992 und ist Professor an der TU Braunschweig; später übernahm er das Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde am Julius Kühn-Institut. Das Uran in Phosphatdüngern gehört zu seinen eigenen Forschungsfeldern.

Aus dieser Zusammenarbeit stammt ein Versuch, der das Fladenpräparat betrifft. Im Gras von Boden, der mit Fladenpräparat behandelt worden war, lag der Urangehalt bei durchschnittlich 0,5 Milligramm je Kilogramm, in den Kontrollen bei 1,8. Die FAL nannte den Unterschied deutlich und signifikant. Der zugehörige Topfversuch geht auf Susanne Schrötter, Ewald Schnug und Maria Thun zurück.

Für Maria Thun schloss sich damit ein Kreis. Sie hatte das Präparat Jahrzehnte zuvor für genau diese Frage entwickelt und damals Mühe gehabt, überhaupt an Messwerte zu kommen.

Das Fladenpräparat in der Demeter-Richtlinie

In der Demeter-Richtlinie 2026 wird das Fladenpräparat an vier Stellen namentlich genannt, an zwei weiteren als „Sammelpräparat". Deshalb fragen Umstellungs- und Gartenbaubetriebe regelmäßig danach.

Pflanzenbau, Kapitel II.2.4 Absatz 3. Die Kompostpräparate sind bei allen organischen Wirtschaftsdüngern und Komposten anzuwenden. Steht im ersten Umstellungsjahr kein präparierter Wirtschaftsdünger zur Verfügung, muss ein Sammelpräparat auf allen Flächen ausgebracht werden.

Pflanzenbau, Kapitel II.2.4 Absatz 4. Gärtnereien und Dauerkulturbetriebe ohne präparierten Raufutterfresserdünger müssen zusätzlich ein Sammelpräparat jährlich mindestens einmal auf allen Flächen ausbringen.

Tierhaltung, Kapitel II.3.1 Absatz 3. Dauerkulturbetriebe und Gartenbaubetriebe unter zehn Hektar sind von der Pflicht zur Tierhaltung ausgenommen. Wenn sie keinen präparierten Raufutterfresserdünger haben, müssen sie zusätzlich zu den Kompostpräparaten „das Fladenpräparat oder ähnliches" jährlich mindestens einmal auf allen Flächen ausbringen.

Umstellung, Kapitel II.6 Absatz 4. Wer Erzeugnisse im selben Jahr mit „in Umstellung auf Demeter" oder „Demeter" ausloben will, muss bis zum 1. Mai ins Zertifizierungsverfahren aufgenommen sein. Bis dahin müssen Hornmist oder Fladenpräparat auf allen Flächen ausgebracht sein, Hornkiesel kulturartengerecht vor der Ernte.

Pflanzenzüchtung, Kapitel II.5.2 Absatz 2. Wird auf anerkannt ökologischen Feldern gezüchtet, sind mindestens einmal jährlich Hornmist und Hornkiesel kulturartgerecht anzuwenden und präparierter Kompost oder ersatzweise Fladenpräparat auf allen Flächen auszubringen.

Futterzukauf, Kapitel II.3.5.5 Absatz 1. Bio-Futter von benachbarten Biobetrieben zählt nur dann als betriebseigener Demeter-Anteil, wenn ein Nutzungsvertrag über mindestens drei Jahre vorliegt und der Demeter-Betrieb eine Präparateausbringung einschließlich Fladenpräparat über die gesamte Fruchtfolge veranlasst hat.

Die Formulierung „oder ähnliches" und der Oberbegriff Sammelpräparat lassen Raum für die verwandten Präparate. Maßgeblich für die eigene Zertifizierung ist die jeweils aktuelle Richtlinienfassung und die Auskunft der zuständigen Kontrollstelle.

Die Familie der Sammelpräparate

Alle folgenden Rezepte teilen denselben Gedanken: Aufbereiteter Kuhmist wird mit den Kompostpräparaten zu einem Rottelenker, der sich über die Fläche bringen lässt.

PräparatHerkunftBesonderheit
BirkengrubenpräparatMax Karl Schwarz, 1936Grube mit Birkenreisig ausgekleidet. Nach ein bis drei Monaten Sammelpräparat, nach einem halben bis einem Jahr Düngerwasser. Für saure und nährstoffarme Böden.
MisttonneHellmuth Bartsch, 1936Eingegrabene Tonne, Kuhfladen mit 502 bis 507, verdünnt zum Bespritzen der Komposthaufen.
FladenpräparatMaria Thun, 1972Basaltsand und Eierschale, einstündiges Mischen, Reifung im Fass.
Mäusdorfer RottelenkerChristian von Wistinghausen und Wolfgang ScheibeFladenpräparat mit Bentonit und Kräutern in der Birkengrube, mehrfach umgestochen und präpariert, getrocknet und vermahlen. Streufähiges Pulver.
NesselpräparatWalter Goldstein und Herbert Koepf, USAEin bis zwei Prozent gehackte Brennnessel im Mist. Gilt als besonders wachstumsregulierend, erprobt unter anderem bei der Pfirsichkräuselkrankheit.
Cow Pat Pit (CPP)Peter ProctorTropenversion, Reifung in flachen, mit Backsteinen umrandeten Gruben, termitensicher. Basaltsand oft durch ortsübliche Gesteinsmehle ersetzt.
Manure ConcentrateBiodynamic AgriCulture AustraliaSchubkarre Mist, 200 Gramm organischer Kalk, 400 Gramm Urgestein, etwas Ton. Flache Gruben.

Fladenpräparat, Cow Pat Pit und Mäusdorfer Rottelenker im Vergleich

FladenpräparatCow Pat PitMäusdorfer Rottelenker
Formkrümelige, feuchte Massekrümelige Massetrockenes Pulver
ReifungHolzfass, vier bis sechs Wochenflache Backsteingrube, zwei bis vier MonateBirkengrube, getrocknet und vermahlen
Menge240 Gramm je Hektar2,5 Kilogramm je Hektar, zusammen mit Hornmist 250 Grammgestreut nach Bedarf
Rühren15 bis 20 Minutenmindestens 15 Minutenstreuen oder einweichen und spritzen
SchwerpunktBoden und FlächenkompostierungBoden- und Blattspritzung, Saatbad, BaumanstrichRotte in Gülle, Mist, Tiefstall
VerbreitungMitteleuropaIndien, Neuseelanddeutschsprachiger Raum

Peter Proctor empfiehlt in Indien eine deutlich häufigere Anwendung als in Mitteleuropa üblich, monatlich oder alle zwei Wochen. Wer internationale Anleitungen liest, sollte die Mengen deshalb nicht ungeprüft übernehmen.

Kuh oder Pferd

Neben der Kuhvariante gibt es das Fladenpräparat aus Pferdemist. Thun empfahl es dort, wo schlecht verrottende Miste anfallen, etwa von Bullen oder Schweinen, und setzte es an, wenn der Mond in der Jungfrau stand. Bernard Jarman sieht Pferdemist als den passenden für kalte Lagen und schwere Böden: Er bringt neues Leben hinein.

Im Weinbau hat sich die Pferdevariante bewährt, weil sie die Blattentwicklung weniger anregt als Kuhmist. Im Wein ist zu viel Blattmasse unerwünscht.

Lagerung

Reifes Fladenpräparat bleibt oft im Ansatzfass. Das geht, wenn es zeitnah verbraucht wird. Für längere Lagerung gehört es wie Hornmist in ein Gefäß aus Steingut, Glas oder emailliertem Metall, dieses in eine doppelwandige Holzkiste mit Torf- oder Kokosfüllung. Kühl und dunkel.

Dauerhaft in Plastik gehört es nicht. Wer es in Plastik geliefert bekommt, füllt es nach Ankunft um.

Gegenüber den Feldspritzpräparaten ist das Fladenpräparat robust. Es verzeiht auch ungünstigere Lagerbedingungen, weil es näher am Kompost steht als am Präparat im engeren Sinn.

Selbst herstellen oder beziehen

Für den eigenen Ansatz brauchst du Zugang zu Kuhmist aus biodynamischer oder wenigstens biologischer Haltung, einen Satz Kompostpräparate, Basaltsand in der richtigen Körnung und etwa acht Wochen Vorlauf. Der Aufwand liegt weniger im Material als in der Stunde Mischarbeit und im Umstechen nach vier Wochen.

Auf vielen Höfen entsteht das Präparat in der Gruppe, im Präparatekreis oder am gemeinsamen Präparatetag. Fünf Eimer Fladen, zwei Leute an den Schaufeln, eine Stunde: Das ist eine Arbeit, die sich zu zweit besser macht als allein.

Wer nicht selbst ansetzt, bezieht es fertig. Die Gebinde der Präparatekiste sind nach Fläche geschnitten:

GebindeReicht für
100 GrammGarten bis 5.000 Quadratmeter
1 KilogrammBetrieb bis fünf Hektar
10 KilogrammBetrieb bis 50 Hektar
60 KilogrammBetrieb bis 300 Hektar
lose, je Grammfreie Menge für Demeter-Betriebe

Dazu die Sets, in denen das Fladenpräparat zusammen mit dem Feldspritz-Set oder dem vollständigen Kanon 500 bis 508 kommt, und der Basaltsand für alle, die selbst ansetzen.

Häufige Fragen

Was ist das Fladenpräparat?

Ein biodynamisches Sammelpräparat aus Kuhfladen, Basaltsand und gemahlener Eierschale, präpariert mit den Kompostpräparaten 502 bis 507 und gereift im eingegrabenen Holzfass. Es wird gerührt und gespritzt und bringt die Kraft der Kompostpräparate auf die Fläche.

Wofür wurde es entwickelt?

Maria Thun entwickelte es in Zusammenarbeit mit Ehrenfried Pfeiffer als belebenden Faktor für Böden, die radioaktiven Niederschlag abbekommen hatten. Aus dieser Arbeit stammen die beiden Zuschläge Eierschale und Basalt.

Ist das Fladenpräparat untersucht worden?

Ja. Maria Thun hat über zehn Jahre mit der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig zusammengearbeitet, unter anderem mit dem Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde unter Ewald Schnug. Im Gras von Boden, der mit Fladenpräparat behandelt worden war, lag der Urangehalt bei durchschnittlich 0,5 Milligramm je Kilogramm gegenüber 1,8 in den Kontrollen.

Ist das Fladenpräparat dasselbe wie Hornmist 500?

Nein. Hornmist wird zu den Aussaaten auf den Boden gegeben und geht die Pflanze direkt an. Das Fladenpräparat intensiviert die Wirkung der Kompostpräparate und arbeitet an der Umsetzung organischer Substanz. Maria Thun hat diese Verwechslung ihrer Originalbeschreibung ausdrücklich vorangestellt.

Wie viel brauche ich?

240 Gramm je Hektar in 35 bis 50 Liter Wasser. Im Hausgarten 20 Milliliter in zwei Litern Wasser für 200 Quadratmeter.

Wie lange muss ich rühren?

15 bis 20 Minuten, abwechselnd in beide Richtungen. Hornmist und Hornkiesel brauchen eine Stunde, das Fladenpräparat etwa ein Drittel davon.

Wie lange ist es nach dem Rühren haltbar?

Mindestens 72 Stunden. Deshalb lassen sich die empfohlenen drei Gaben aus einer einzigen Rührung ausbringen.

Wann bringe ich es aus?

Immer dann, wenn organische Substanz in den Boden kommt oder umgesetzt werden soll: zu Mist und Kompost, beim Einarbeiten von Gründüngung und Ernterückständen, zur Winterfurche, im Grünland nach dem Schnitt, im Stall auf die Mistmatratze.

Brauche ich es für die Demeter-Zertifizierung?

Das hängt vom Betriebstyp ab. Gartenbau- und Dauerkulturbetriebe ohne präparierten Raufutterfresserdünger müssen ein Sammelpräparat jährlich auf allen Flächen ausbringen. In der Umstellung müssen bis zum 1. Mai Hornmist oder Fladenpräparat auf allen Flächen ausgebracht sein. Die Einzelheiten stehen in der Demeter-Richtlinie, Kapitel II.2.4, II.3.1 und II.6.

Was ist der Unterschied zum Cow Pat Pit?

Der Cow Pat Pit geht auf Peter Proctor zurück und ist die Variante für tropische und subtropische Regionen: flache Backsteingruben, ortsübliche Gesteinsmehle, deutlich höhere Aufwandmengen. Gleicher Grundgedanke, anderes Verfahren.

Was ist der Unterschied zum Mäusdorfer Rottelenker?

Der Rottelenker wird getrocknet und vermahlen und lässt sich streuen. Sein Schwerpunkt liegt in der Rotte von Gülle, Mist und Tiefstall. Das Fladenpräparat wird gerührt und gespritzt, mit Schwerpunkt auf Boden und Fläche.

Kann ich es selbst herstellen?

Ja, das Rezept ist veröffentlicht und steht oben. Nötig sind Kuhmist aus geeigneter Haltung, ein Satz Kompostpräparate, Basaltsand, ein Holzfass und etwa acht Wochen Zeit.

Kuh- oder Pferdemist?

Kuhmist ist die Regel. Pferdemist empfahl Maria Thun für Betriebe mit schlecht verrottenden Misten; im Weinbau wird er genutzt, weil er die Blattentwicklung weniger anregt.

Wie lagere ich es?

Kühl, dunkel, in Steingut, Glas oder emailliertem Gefäß, idealerweise in einer torf- oder kokosgefüllten Holzkiste. Nicht dauerhaft in Plastik.

Quellen

  • Maria Thun: Das Fladenpräparat. In: Hinweise aus der Konstellationsforschung. Erstveröffentlichung des Rezepts 1972; hier nach der Fassung, die den Lieferungen der Präparatekiste beilag (Auszug aus der 8. Auflage). Nachweis der dritten Auflage 1977, S. 33–35, bei Stappung.
  • Maria Thun, in: Lebendige Erde 28/6 (1977), S. 214–219 (zitiert nach Stappung).
  • Maria Thun (1994), S. 109, 111, 147; Maria und Matthias Thun (2012), S. 56–59 (zitiert nach Stappung).
  • Christian von Wistinghausen u. a.: Anwendung der Feldspritz- und Düngerpräparate, Kapitel 5.1, 5.3 und 5.6.
  • Pierre und Vincent Masson: Landwirtschaft, Garten- und Weinbau biodynamisch (2015), S. 61–68.
  • Walter Stappung: Die Düngerpräparate Rudolf Steiners. Herstellung und Anwendung, Kapitel 18.
  • Demeter-Richtlinien 2026, Kapitel II.2.4, II.3.1, II.3.5.5, II.5.2, II.6.
  • Peter Proctor, zum Cow Pat Pit; Varadarajan Stalin u. a. (2010) zur Mikrobiologie des CPP (zitiert nach Stappung).
  • Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Braunschweig: „Eine Begegnung der anderen Art. FAL-Wissenschaftler prüfen Präparate und Methoden biologisch-dynamischer Landwirtschaft", Pressemitteilung vom 1. August 2006 (Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Ewald Schnug und Silvia Haneklaus, mit Maria Thun und SEKEM).
  • Susanne Schrötter, Ewald Schnug, Maria Thun (2007), Topfversuch zur Uranaufnahme (zitiert nach Stappung).