Schachtelhalmtee und Schachtelhalmbrühe
Schachtelhalmtee oder Schachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm (508). Er wird verdünnt auf Boden und Pflanzen gespritzt, vorbeugend gegen Mehltau, Rost und Fäule.
Präparate · MondkalenderPräparate nach dem Mond: wann Hornmist, wann Hornkiesel →Was ist Schachtelhalmtee?
Schachtelhalmtee, auch Schachtelhalmbrühe oder Schachtelhalmdekokt, ist die gebräuchliche Anwendungsform des Ackerschachtelhalms (Präparat 508). Das getrocknete oder frische Kraut wird in Wasser gekocht, der Sud verdünnt und auf Boden und Pflanzen gespritzt. Die Biodynamik setzt ihn vorbeugend gegen Pilzkrankheiten ein, besonders gegen Mehltau, Rost, Monilia sowie Kraut- und Braunfäule (Masson 2015, Kapitel Pflanzenextrakte).
Wirksam ist der hohe Gehalt des Schachtelhalms an Kieselsäure. Ihm werden über die „Lichtkräfte" des Kiesels pilzhemmende, die Pflanze festigende Eigenschaften zugeschrieben: Die Pflanze wird widerstandsfähiger, ihre Oberflächen werden gestärkt. Das ist auch im allgemeinen ökologischen Gartenbau eine etablierte Anwendung. Rudolf Steiner hat den Schachtelhalm 1924 im Landwirtschaftlichen Kurs gegen Pilzkrankheiten empfohlen.
Tee, Brühe und Dekokt meinen dasselbe: einen gekochten Auszug. In Wasser vergorenes Kraut ergibt Schachtelhalmjauche.
Den richtigen Schachtelhalm erkennen
Verwendet wird ausschließlich der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), im Volksmund auch Zinnkraut. Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre), Waldschachtelhalm und Riesenschachtelhalm (Equisetum telmateia) eignen sich nicht.
Den Ackerschachtelhalm erkennt man an seinem spindelförmigen Wuchs. Die grünen, unfruchtbaren Sommertriebe werden 20 bis 80 Zentimeter hoch, sind stark gefurcht und fühlen sich rau an. Ihre Seitenäste sind nicht hohl und zeigen im Querschnitt vier spitze Kanten. Die Stängelscheiden tragen 8 bis 12 dreieckige Zähne (Masson 2015, Kapitel Pflanzenextrakte). Ein sicheres Zeichen: Beim Ackerschachtelhalm sind die Abstände zwischen den Knoten am Stängel kürzer als an den Seitentrieben (Wistinghausen u. a., Herstellung, Kapitel Ackerschachtelhalm).
Im Frühjahr treibt der Ackerschachtelhalm zuerst bleiche, unverzweigte Triebe mit einer Sporenähre. Gesammelt werden die grünen Sommertriebe, die danach aus denselben Wurzelstöcken wachsen.
Sammeln und trocknen
Gesammelt wird um Johanni, an einem sonnigen Tag, die ganze oberirdische grüne Pflanze. Im Hochsommer ist der Kieselgehalt am höchsten. Das Kraut wird im luftigen Schatten sehr dünn ausgebreitet und getrocknet; die fertige Droge soll grün bleiben (Wistinghausen u. a., Herstellung). Aufbewahrt wird sie wie Tee in einem luftigen Stoffsäckchen. Vor dem Kochen kann man sie fein mahlen.
Das getrocknete Kraut hält ein Jahr. Deshalb wird jedes Jahr frisch gesammelt (Masson 2015).
Schachtelhalmbrühe herstellen: das Rezept
Für Hof, Obst- und Weinbau (Wistinghausen u. a., Herstellung):
- 200 bis 300 Gramm getrocknetes Kraut oder 1 bis 1,5 Kilogramm frisches Kraut
- in 10 bis 20 Liter Wasser, am besten Regenwasser
- etwa eine Stunde schwach kochen, zugedeckt
- abkühlen lassen und absieben
Den Sud kann man nach dem Kochen noch einen Tag zugedeckt stehen lassen. Wird das Kraut schon einen Tag vor dem Kochen eingeweicht, gilt der Auszug als noch kräftiger (Masson 2015).
Für den Hausgarten, umgerechnet auf ein Zehntel: 20 bis 30 Gramm getrocknetes Kraut, eine gute Handvoll, in 1 bis 2 Litern Wasser eine Stunde köcheln, abkühlen, absieben.
Verdünnen und Dosierung
Vor dem Spritzen wird der Sud verdünnt: ein Teil Sud auf neun bis neunzehn Teile Wasser, also eine Lösung von 5 bis 10 Prozent. Masson beschreibt die richtige Verdünnung als „mittlere Teefarbe", idealerweise ein Teil Sud auf neun Teile Wasser. Gebraucht werden rund 100 Liter verdünnte Brühe je Hektar (Wistinghausen u. a., Herstellung), im Garten also etwa ein Liter auf 100 Quadratmeter.
Vor dem Ausbringen kann die verdünnte Brühe 20 Minuten gerührt werden, wie beim Dynamisieren von Hornmist und Hornkiesel (Masson 2015).
Unverdünnt hält sich der Sud einige Wochen, kühl und dunkel in getönten Glasgefäßen.
Wann und wie oft spritzen
Schachtelhalmbrühe wirkt vorbeugend und wird wiederholt gespritzt, zwei- bis viermal in einer Jahreszeit (Wistinghausen u. a., Anwendung):
- Frühjahr: ab Februar oder März, bei warmem und feuchtem Wetter auch öfter, weil sich Pilze dann gern ausbreiten
- Hochsommer: in pilzgefährdeten Kulturen
- Herbst: bis in den November, vor allem auf Flächen, die im nächsten Jahr pilzgefährdete Kulturen tragen
Gespritzt wird auf den Boden und in gefährdeten Kulturen auf die Pflanze, bevorzugt am Morgen bei klarem Wetter. Im Mondkalender gelten die zwei Tage vor Vollmond als beste Zeit (Masson 2015, nach Harald Kabisch). Günstig sind auch kurze Tauwetterphasen; das Präparat kann sogar auf Schnee gespritzt werden (Wistinghausen u. a., Anwendung).
Ist ein Pilz bereits da, empfiehlt die Praxis eine Intensivbehandlung: an drei Tagen hintereinander zur gleichen Tageszeit spritzen und nach zehn Tagen wiederholen (Wistinghausen u. a., Anwendung).
Nach Johanni und im ganzen Sommer braucht der Schachtelhalm im Obst- und Weinbau Maß, weil er auf sandigen und kieselreichen Böden austrocknend wirken kann. Mehr als zehn Spritzungen auf derselben Kultur empfiehlt Masson nicht, weil der Boden seine eigene Pilzflora braucht.
Schachtelhalmbrühe im Garten: Tomaten, Gemüse, Obst
- Tomaten und Kartoffeln: vorbeugend gegen Kraut- und Braunfäule (Masson 2015)
- Bohnen: gegen Rost; Kopfsalat: gegen Pilze und Bakterien (Masson 2015)
- Erdbeeren, Gurken, Zucchini, Beerensträucher: im Herbst auf die Flächen spritzen (Wistinghausen u. a., Anwendung)
- Jungpflanzen: die Erde für Aussaat und Topfanzucht vor dem Säen mit Brühe bespritzen (Wistinghausen u. a., Anwendung)
- Obstbäume und Reben: beim Knospenaufbruch, sobald die grünen Spitzen zu sehen sind, und ein letztes Mal zu Beginn des Laubfalls. Im Herbst und nach dem Schnitt kommt Schachtelhalmbrühe auch in den Baumanstrich, siehe Baumpaste (Masson 2015)
- Getreide: Wintergetreide im Herbst, Gerste zu Beginn der Bestockung (Masson 2015)
Im Gemüsebau im Gewächshaus und im Freiland hat sich ein gemischter Tee aus drei Vierteln Brennnessel und einem Viertel Schachtelhalm bewährt. Er darf bei ungünstigem Wetter bis zu zweimal in der Woche gespritzt werden (Masson 2015).
Häufige Fragen zum Schachtelhalmtee
Wie stellt man Schachtelhalmbrühe her?
200 bis 300 Gramm getrocknetes Kraut in 10 bis 20 Litern Wasser etwa eine Stunde schwach kochen, abkühlen, absieben und auf 5 bis 10 Prozent verdünnen. Für den Garten reicht ein Zehntel davon.
Wie verdünnt man Schachtelhalmbrühe?
Ein Teil Sud auf neun bis neunzehn Teile Wasser. Die fertige Brühe hat eine mittlere Teefarbe.
Wie oft spritzt man Schachtelhalmbrühe?
Zwei- bis viermal im Frühjahr und im Herbst, dazu im Hochsommer bei pilzgefährdeten Kulturen. Bei Befall drei Tage hintereinander und nach zehn Tagen noch einmal.
Hilft Schachtelhalmbrühe gegen Mehltau?
Die Biodynamik setzt sie vorbeugend gegen Mehltau, Rost und andere Pilzkrankheiten ein, am besten vor dem Befall und wiederholt.
Hilft Schachtelhalmbrühe bei Tomaten gegen Braunfäule?
Sie wird bei Tomaten und Kartoffeln vorbeugend gegen Kraut- und Braunfäule gespritzt, auf Boden und Pflanze.
Welcher Schachtelhalm ist der richtige?
Nur der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense). Sumpf-, Wald- und Riesenschachtelhalm eignen sich nicht.
Wie lange hält Schachtelhalmbrühe?
Der unverdünnte Sud einige Wochen, kühl und dunkel in getönten Gläsern. Das getrocknete Kraut hält ein Jahr.