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Hornmist herstellen: Kuhhörner mit Mist füllen, vergraben, ausgraben

Wie das Hornmistpräparat 500 hergestellt wird: die richtigen Kuhhörner, fester Mist, die Grube, Ausgraben im Spätwinter, Qualität erkennen und lagern. Mit Hörnerrechner und Fehlertabelle.

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Hornmist, das Präparat 500, ist das Bodenpräparat der Biodynamik. Verwendet wird er, um das Bodenleben und die Humusbildung anzuregen und die Wurzeln in die Tiefe zu führen. Demeter-Betriebe bringen ihn mindestens einmal im Jahr auf allen Flächen aus.

Hergestellt wird er aus zwei Dingen, die ein Hof mit Kühen ohnehin hat: frischem Kuhmist und Kuhhörnern. Um Michaeli, Ende September, kommt der Mist in die Hörner und die Hörner in die Erde. Im Spätwinter, sobald der Boden abgetrocknet ist, gräbt man sie wieder aus. Im Horn liegt dann eine dunkle, krümelige Masse, die nach Walderde duftet.

Diese Anleitung führt durch jeden Schritt: welche Hörner taugen, welcher Mist, wie die Grube angelegt wird, woran du gelungenen Hornmist erkennst und wie du ihn lagerst. Sie stützt sich auf die Arbeitshefte von Christian von Wistinghausen, das Handbuch von Walter Stappung, Pierre Masson und die Präparate-Einführung von Demeter Schweiz.

Auf einen Blick

WasAngabeQuelle
Materialfrischer, fester Kuhmist, Hörner von Kühen mit KälberringenWistinghausen
Füllen und vergrabenum Michaeli, Ende September bis Mitte OktoberWistinghausen, Demeter Schweiz
AusgrabenFebruar oder März, bei nassem Boden später, oft um OsternWissensgrafik Nr. 9 der Lebendigen Erde, Wistinghausen, Stappung
Tiefe30 bis 50 cm, darüber 30 bis 40 cm ErdeWistinghausen
Hörner je Hektarvier je SpritzungWistinghausen
Mistein Liter für fünf HörnerWistinghausen
Arbeit für 30 harund 11 Stunden, dazu die Pflege im LagerDemeter Schweiz

Das Hornmist-Jahr

Hornmist braucht ein halbes Jahr im Boden und ein paar Wochen Vorbereitung. Wer im Herbst anfangen will, beschafft im Spätsommer die Hörner und stellt die Fütterung der Kühe um.

Das Hornmist-Jahr auf einen Blick

AugSepOktNovDezJanFebMärAprMaiJunMichaeliOsternHörner besorgen, Kühe auf HeuFüllen und vergrabenIm Boden, über den ganzen WinterAusgrabenNachreifen und lagern
Um Michaeli, Ende September, kommen die gefüllten Hörner in die Erde, im Februar oder März werden sie ausgegraben, bei nassem Boden später, oft um Ostern. Danach ruht der Hornmist drei bis sechs Monate im Lager, bis er ganz zur Ruhe gekommen ist. Nach Wissensgrafik Nr. 9 der Lebendigen Erde, Wistinghausen, Stappung und Demeter Schweiz.
  • August bis September: Hörner besorgen, Knochenzapfen entfernen, Hörner reinigen. Den Platz für die Grube aussuchen. Die Kühe bekommen Heu dazu, damit der Mist fester wird.
  • Um Michaeli: Mist sammeln, Hörner füllen, am selben Tag vergraben.
  • Oktober bis Februar: Die Hörner liegen im Boden. Frost und Schnee gehören dazu.
  • Februar bis Ostern: Probegraben, dann ausgraben, sobald der Boden abgetrocknet ist. Mit dem Hornmist kommen Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn und Eichenrinde aus dem Vorjahr aus der Erde.
  • Frühjahr bis Sommer: Den Hornmist lagern und in den ersten Monaten oft nachsehen. Bis er ganz zur Ruhe gekommen ist, vergehen drei bis sechs Monate.
  • Frühjahr und Herbst: Rühren und auf den Boden spritzen.

Was du brauchst

Für den Hornmist selbst:

  • Kuhhörner, vier je Hektar und Spritzung
  • frischen Kuhmist, einen Liter für fünf Hörner
  • einen Platz mit tiefgründigem, humosem Boden

Werkzeug und Zubehör:

  • Eimer mit Deckel und eine Maurerkelle oder Kehrschaufel zum Sammeln
  • einen Löffel, einen Spachtel oder schmale Holzleisten zum Einstreichen, ein Brett aus Hartholz zum Aufklopfen
  • für größere Mengen einen Wurstfüller
  • Spaten, Schaufel, einen großen Löffel für die Feinarbeit beim Ausgraben
  • eine Drahtschlinge oder einen gebogenen Draht zum Leeren der Hornspitzen
  • Flaschenbürste und Wasser für die leeren Hörner
  • ein Gefäß aus Steingut, Ton, Holz oder Glas und Torf oder Kokosfaser für die Lagerung
  • ein Heft für die Lageskizze der Grube und die Termine

Wie viel du brauchst

Wistinghausen gibt dafür eine einfache Rechnung:

Hektar × Spritzungen × 4 = Zahl der Hörner Hörner ÷ 5 = Liter frischer Mist

Ein Betrieb mit 20 Hektar und zwei Spritzungen im Jahr braucht also 160 Hörner und rund 30 Liter Mist. Demeter Schweiz rechnet mit einem bis vier Horninhalten je Hektar. Betriebe in der Umstellung, kleinflächige Betriebe und solche mit verstreuten Flächen nehmen zwei bis vier, lange und große Demeter-Betriebe auch weniger als einen. Ein Horninhalt Hornmist lässt sich etwa mit einer Hand umschließen.

Im Garten-, Gemüse- und Obstbau rechnet Wistinghausen mit der doppelten bis vierfachen Menge an Präparaten. Für einen Hausgarten reicht der Inhalt weniger Hörner. Trotzdem lohnt es sich, nicht zu knapp zu füllen: Alan Johnstone vergräbt mindestens acht Hörner zusammen.

Ein Horn lässt sich drei- bis fünfmal verwenden. Wer einmal einen Satz gekauft hat, braucht in den Folgejahren nur Ersatz für die Hörner, die abblättern oder reißen.

Wie viele Hörner brauchst du?

Nach der Rechnung von Wistinghausen: vier Hörner je Hektar und Spritzung, ein Liter Mist für fünf Hörner.

Spritzungen im Jahr

2 Kuhhörner

0,4 Liter frischer Mist

Alan Johnstone vergräbt mindestens acht Hörner zusammen. Mit acht Hörnern hast du Vorrat für mehrere Jahre, und ein Horn hält drei- bis fünfmal.

Schritt 1: Die Hörner beschaffen und vorbereiten

Woran du ein Kuhhorn erkennst

Rudolf Steiner hat im Landwirtschaftlichen Kurs ausdrücklich Kuhhörner verlangt. Ochsenhörner wirken nach seinen Worten höchstwahrscheinlich nicht, Stierhörner verhältnismäßig schwach: „Deshalb sage ich auch immer Kuhhörner, Kühe sind in der Regel weiblichen Geschlechts!"

Das Kuhhorn erkennst du an den Kälberringen. Mit jeder Geburt und dem Einsetzen der Milch wächst das Horn eine Zeit lang weniger in die Dicke, und an seinem Grund entsteht eine Einschnürung. Ein Kuhhorn ist schwer, dickwandig, schlank und mehr oder weniger spiralig bis zur vollen Spitze gedreht. Stierhörner sind dick und kurz, Ochsenhörner dick und lang. Beide sind dünnwandiger und klingen hohl, wenn man daraufklopft.

Steiner hat die Größe an die Tafel gezeichnet: etwa 30 bis 40 Zentimeter, die Hörner eines Allgäuer Viehs. Bei den heimischen Rassen fasst ein Horn 100 bis 250 Milliliter. Sehr große Hörner, etwa von Longhorns oder Zebus, sind für Mitteleuropa zu groß. Masson hat erlebt, dass der Mist darin grün bleibt.

Am besten stammen die Hörner von Kühen im mittleren Alter. Helga Wagner nimmt Hörner mit drei bis acht Kälberringen. Wistinghausen empfiehlt einheimische Tiere, aushilfsweise Kühe aus dem eigenen Kontinent. Steiner sprach von der Verwandtschaft zwischen den Hörnern und der Gegend: Eine Kuh, die drei bis vier Jahre auf einem Boden gefressen hat, gehört zu diesem Boden.

Woher die Hörner kommen

Die Hörner der eigenen Kühe passen am besten zum Hof. Die meisten Betriebe brauchen aber mehr, als bei ihnen anfallen, und viele haben keine behornten Kühe. Seit die Enthornung verbreitet ist, sind Kuhhörner knapp. Bezugsquellen sind Sammelstellen der biodynamischen Verbände und Arbeitsgruppen, Schlachthöfe und Höfe, die Hörner aufbereitet abgeben.

Hörner direkt vom Schlachthof sind oft ausgekocht und heiß getrocknet. Sie werden spröde, splittern und halten weniger Jahre. Gekochte, verformte oder beschädigte Hörner taugen nach Wistinghausen nicht.

Den Knochenzapfen entfernen

Kommen die Hörner mit dem Knochenzapfen, legt man sie in einem Plastiksack in die Sonne, deckt sie leicht mit Stroh ab oder gräbt sie in den Kompost. Nach fünf bis vierzehn Tagen lässt sich das Horn vom Zapfen ziehen oder ausklopfen. Wichtig ist, dass die Hörner dabei feucht bleiben. Trocknet die Haut zwischen Horn und Zapfen aus, sitzt der Zapfen fest.

Stappung schlägt die Hörner mit der Innenwölbung kräftig über eine harte Kante, eine alte Eisenbahnschiene oder ein dickes Hartholzbrett, bis der Zapfen herausfliegt. Ein freier Platz ist dabei ratsam, der Zapfen fliegt schnell. Auskochen vermeiden die meisten. Kurzes Brühen bei 60 bis 80 Grad, höchstens 20 Minuten, lockert die Verbindung ebenfalls und macht das Horn nicht spröde.

Die Hörner vorbereiten

Hörner, in denen schon Hornkiesel war, nimmt man nicht für Hornmist. Wistinghausen verwendet Kieselhörner nur ein einziges Mal. Vor dem Füllen spült man die Hörner mit klarem Wasser aus. Innen leicht feucht, rutscht der Mist besser hinein.

Schritt 2: Den richtigen Mist gewinnen

Die Qualität des Präparats hängt am Mist, und der Mist hängt an den Kühen und ihrem Futter. Stappung nennt den Kuhmist einen Spiegel der Betriebsführung.

Die Kühe und ihr Futter

Wistinghausen nimmt frischen, strohlosen, festen und gut geformten Mist von tragenden Kühen. Den besten Mist ergibt Weidegang oder Kleegras mit Heu- oder Strohzufütterung. Silage und Rübenblatt im Futter machen den Mist für Hornmist ungeeignet. Ehrenfried Pfeiffer schloss Mist von kranken Tieren und von intensiver Kraftfütterung aus.

Wer die Fütterung für die Präparate gezielt einstellt, hat einige bewährte Kniffe:

  • Heu vorlegen. Stappung beginnt einen Monat vor dem Sammeln, Heu nach Belieben zu füttern, und stellt langsam von Gras auf Heu um. Das gibt dem Mist Struktur.
  • Salz absetzen. Uli Hack nimmt den Kühen fünf bis sieben Tage vor dem Sammeln den Salzstein weg, Masson füttert dann ebenfalls kein Salz. Ohne Salz trinken die Kühe weniger, der Mist wird dicker.
  • Das Futter mit Hornkiesel behandeln. Masson spritzt Ende August oder Anfang September Hornkiesel auf das nachwachsende Gras. Besonders nach einem feuchten, sonnenarmen Sommer bleibt Mist von unbehandeltem Futter sonst leicht grün.
  • Einzelne Kühe aufstallen. Wer nicht die ganze Herde umstellen will, stallt zwei, drei trockenstehende Kühe für ein paar Tage auf und füttert sie mit Heu. Christoph Willer in Brodowin brauchte zwei bis drei Tage, bis die Fladen fest genug waren.

Die Probe ist einfach. Stappung füllt ein Horn und dreht es um. Rutscht der Mist bei der kleinsten Bewegung heraus, ist er zu feucht.

Sammeln

Gesammelt wird in Mitteleuropa um Michaeli, Ende September, frisch auf der Weide oder im Stall vor dem Einstreuen. Auf der Weide fährt man mit der Maurerkelle unter den Fladen, hebt ihn ab und legt ihn mit der Unterseite nach oben in den Eimer. So lassen sich Halme, Gras und Erdklumpen ablesen, bevor der nächste Fladen daraufkommt. Im Stall misten die Kühe gern morgens beim Aufstehen. Wer früh kommt, fängt die Fladen mit der Schaufel auf.

Reiner Mist ohne Erde, Gras und Einstreu ist am besten. Am liebsten füllt man ihn noch am selben Tag ein. Peter Blaser beobachtet, dass sich kuhwarm eingefüllter Mist am besten umsetzt. Länger als zwei Tage bleibt er nach Wistinghausen nicht im Eimer, und nie im Frost.

Schritt 3: Die Hörner füllen

Der Mist wird mit der Hand, einem Löffel oder einem Holzspan in die Öffnung gestrichen. Dann klopft man das Horn mit der Spitze ein paar Mal auf ein Brett aus Hartholz, damit sich der Mist bis in die Spitze setzt. Stein ist zu hart für das Horn. Es geht leichter, wenn man erst wenig Mist einfüllt, klopft und dann weiterfüllt. Das Horn soll ganz voll sein, ohne Luftblasen. Zu fest hämmern muss man nicht.

Ist der Mist sehr weich, steckt man vorher einen Trinkhalm bis in die Spitze. Beim Einfüllen entweicht die Luft durch den Halm, danach zieht man ihn heraus.

Nach dem Füllen wird das Horn außen sauber abgestrichen. Peter Proctor putzt anhaftenden Mist ab, weil er Würmer anzieht. Einen Verschluss aus Lehm, Blase oder Pech braucht das Horn nicht. Stappung hält ihn für unnötig, mit Schweinsblasen setzte sich der Mist bei ihm schlechter um.

Mit dem Wurstfüller

Bei größeren Mengen hat sich nach Wistinghausen ein handbetriebener Wurstfüller bewährt. Stappung arbeitet mit dem weitesten Düsenrohr, für heimische Hörner genügen zwölf Zentimeter Länge. Er schiebt das Horn möglichst weit über das Rohr und hält es nur leicht, mit zwei Fingern. Spürt er Widerstand, ist die Spitze voll, und er zieht das Horn langsam zurück, bei weiten Hörnern mit einer Spiralbewegung. Beim Hornwechsel dreht er die Kurbel ein Stück zurück, damit nichts nachläuft.

Den Zylinder füllt man ohne Lufteinschlüsse. Staut sich der Mist im Rohr, zieht man den Kolben sofort zurück und entfernt die Verstopfung. Reiner, breiiger Mist verstopft nicht, Stroh und angetrocknete Krusten tun es. Zu zweit geht es am schnellsten: Einer kurbelt, einer hält die Hörner. Wistinghausen beschreibt auch einen Fasstrichter mit passendem Stößel.

Schritt 4: Die Grube anlegen

Der richtige Platz

Steiner verlangte einen Boden, der „nicht zu tonig und nicht zu sandig" ist, und auf eine Nachfrage „die mächtigste Kulturschichte". Unter der Kulturschicht, so Steiner, erreiche man keinen Nutzeffekt. Wistinghausen gräbt in tiefgründigen, humosen Acker- oder Wiesenboden. Zu meiden sind:

  • Staunässe
  • der Kronen- und Wurzelbereich von Bäumen und Sträuchern
  • die Nähe von Mauern, Straßen und Gräben
  • Weidezäune und andere Elektroanlagen
  • Boden, der mit chemisch-synthetischen Mitteln behandelt wurde

Masson bearbeitet einen neuen Präparateplatz zuerst zwei Jahre lang und behandelt ihn mit den Präparaten, bevor er dort vergräbt. Wo der Boden von Natur aus gut ist und seit Jahren biologisch bewirtschaftet wird, geht es nach Stappung auch früher.

Bewährt hat sich eine Grube in einer Feldecke, deren Mitte zehn Meter von den Feldrändern entfernt liegt. Andere legen sie nah am Haus an, wo sie sie im Blick haben und bei großer Trockenheit oder Nässe eingreifen können. Die Stelle wird markiert und im Hofheft mit einer Skizze und Maßen vom Feldrand aus festgehalten. Zu den Gruben der anderen Präparate hält Wistinghausen möglichst 50 Meter Abstand.

Maße und Aufbau

Die Hörner kommen 30 bis 50 Zentimeter tief in die Erde, sodass 30 bis 40 Zentimeter Erde über ihnen liegen. Ist der Boden flachgründig, hebt man die Grube 50 bis 60 Zentimeter tief aus und füllt zehn Zentimeter humosen Mutterboden ein.

Die Grube im Schnitt

30–40 cm Erde über den Hörnern30–50 cm tiefEinsaat, z. B. Senf oder LeguminosenKulturschichtUnterbodenÖffnung etwastiefer alsdie Spitzekrümelige Erde zwischen den Hörnern
Die Hörner liegen dicht an dicht, jedes ganz von Erde umgeben, die Öffnung leicht nach unten. Zwei bis drei Lagen übereinander sind möglich. Maße nach Wistinghausen.

Die Hörner werden dicht an dicht gelegt, die Öffnung etwas tiefer als die Spitze. So sammelt sich kein Sickerwasser darin. Die Zwischenräume füllt man mit krümeliger Erde, die man bei Bedarf zwischen den Händen zerreibt. Jedes Horn soll ganz von Erde umgeben sein. Bleiben Hohlräume, wachsen dort Pilze. Zwei bis drei Lagen übereinander sind möglich, zwischen den Lagen liegt wieder Erde.

Eine lange, schmale Grube hat sich bewährt. Man füllt sie von einer Schmalseite her Lage für Lage und deckt jeden Abschnitt gleich mit dem Aushub des nächsten zu. Im Frühjahr leert man sie auf dieselbe Weise. Zum Schluss kommt der ganze Aushub zurück, gern mit guter Erde gemischt. Obenauf wird etwas gesät, etwa Senf oder Leguminosen, damit die Stelle begrünt ist.

Schwierige Böden

  • Ton, Staunässe, viel Regen: die Grube drainieren oder flacher halten und die Erde als Hügel über die Hörner häufen. So macht es auch die Gärtnerei am Goetheanum. Hilde Pfeiffer „hügelte" auf flachgründigen Böden und deckte den Hügel mit den ausgestochenen Grassoden.
  • Sand: reifen Kompost und etwas Ton in die Grube mischen. Etwas tiefer vergraben hilft gegen das Austrocknen.
  • Flachgründig oder Fels: Peter Proctor mischt humose Erde oder reifen Kompost im Verhältnis eins zu eins in die Grube.
  • Kalkreich und sehr aktiv: früh ausgraben, bevor Regenwürmer und Bodenleben das Präparat verzehren.

Im Hausgarten

Im Garten ist die Grube am leichtesten anzulegen: auf einem abgeräumten Beet, das über den Winter frei bleibt. Dort gibt es genug lockere Erde für einen kleinen Hügel. Die Stelle liegt nah am Haus, und man findet sie im Frühjahr sicher wieder.

Schritt 5: Über den Winter

Steiner beschreibt den Winter als die Zeit, in der die Erde innerlich am meisten belebt ist:

„Und es wird der Mistinhalt des Kuhhorns mit diesen Kräften, die nun dadurch alles heranziehen aus der umliegenden Erde, was belebend und astralisch ist, es wird der ganze Inhalt des Kuhhorns den ganzen Winter hindurch, wo die Erde also am meisten belebt ist, innerlich belebt."

Rudolf Steiner, Landwirtschaftlicher Kurs, 4. Vortrag (GA 327)

Frost gehört dazu. Auf die Frage, ob er den Präparaten schade, antwortete Steiner, gerade im Frost setze sich die Erde am stärksten den kosmischen Einflüssen aus. Schutz vor Frost braucht die Grube also nicht. Masson deckt sie mit Wellblech ab, wenn viel Schnee gemeldet ist, weil Schnee den Boden zu stark durchnässt, und legt das Blech auch einen Monat vor dem Ausgraben auf, damit der Boden abtrocknet.

Lange sieht man dem Mist nichts an. Nach Stappung wird Hornmist erst in den letzten zwei Wochen vor dem Ausgraben dunkler.

Schritt 6: Ausgraben

Wann

Die Hörner bleiben über den Winter im Boden. Die Wissensgrafik „Präparateherstellung übers Jahr“ der Lebendigen Erde legt das Ausgraben in den Februar oder März, zusammen mit den Kompostpräparaten aus dem Vorjahr. Den Tag gibt der Boden vor: Er soll abgetrocknet sein. Ist er noch winternass, wartet man, in vielen Jahren bis um Ostern. Demeter Schweiz nennt Ende März bis Ende April, manchmal wird der Hornmist erst Anfang Mai fertig. Masson gräbt in der Woche nach Ostern aus.

Ostern fällt jedes Jahr auf einen anderen Tag zwischen dem 22. März und dem 25. April, 2027 auf den 28. März.

Bevor du die ganze Grube öffnest, grabe an einer Stelle zur Probe. Ist der Boden noch winternass, wartet man, bis er abgetrocknet ist. Zu lange wartet man nicht: Ab Mai ziehen Regenwürmer in die Hörner ein, und wachsende Pflanzen treiben ihre Wurzeln hinein.

Wie

Hornmisthörner sind robust. Trotzdem hebt man sie vorsichtig heraus, damit der Inhalt nicht vorzeitig herausfällt. Außen werden sie mit Löffel, Bürste oder Messerrücken von Erde befreit, gleich nach dem Ausgraben. Die Erde hält Feuchtigkeit und setzt dem Horn zu.

Dann lässt man die Hörner am besten einige Tage unter Dach antrocknen, ausgebreitet oder in gestapelten Kisten. Angetrocknet rutscht der Inhalt leichter heraus. Zum Leeren schlägt man je zwei Hörner mit der Öffnung nach unten über einem Gefäß gegeneinander. Den Rest aus der Spitze holt eine Drahtschlinge. Bei großen Mengen hilft Druckluft über eine lange Düse.

Woran du gelungenen Hornmist erkennst

Gelungener Hornmist ist durch und durch dunkelbraun, feucht, weich und formbar und duftet nach humoser Erde, nicht nach Mist. Er lässt sich kneten und ballen, klebt aber nicht an den Fingern. Masson vergleicht die Konsistenz mit frischem Regenwurmkot. Franz Dreidax beschrieb den Geruch beim Rühren wie Walderde, Humus und Veilchen. Weißes Pilzgeflecht auf der Oberfläche ist nach Peter Proctor ein gutes Zeichen.

Nicht jedes Horn gelingt. Die Tabelle hilft beim Beurteilen:

Was du siehstMögliche UrsacheWas du tust
leicht grünlich, riecht nichtnoch nicht ganz umgesetztan der Luft oder im Lager nachdunkeln lassen, meist in wenigen Stunden bis Tagen
noch grün, nass, riecht nach Mistzu früh ausgegrabenHörner einige Wochen länger im Boden lassen
nass, schmierigzu nasser Mist, Staunässe, Öffnung nach obensofort im Schatten nachtrocknen, nächstes Jahr Platz und Mist prüfen
faulig, nach Ammoniakzu nasser oder schlechter Mist, schlechtes Horn, dichter Bodennicht verwenden, Ursachen abstellen
hart, vertrocknetTrockenheit im Bodenumgesetzten, trockenen Hornmist mit Regenwasser durchkneten
gar nicht umgesetztaltes, abblätterndes Horn, Stier- oder Ochsenhorn, belasteter BodenHorn aussortieren, Platz wechseln
viele große RegenwürmerMist oder Boden zu feucht, zu lange im Bodenfrüher ausgraben, Platz prüfen

Kleine rote Kompostwürmer im reifen Hornmist sind dagegen willkommen. Masson schätzt sie als Teil des Bodenlebens.

Nachreifen und lagern

Frisch aus dem Horn ist Hornmist noch nicht ganz zur Ruhe gekommen. Bis aus den einzelnen Zapfen eine gleichmäßige, krümelige Masse geworden ist, vergehen nach Stappung drei bis sechs Monate. Dann sinkt sie etwas in sich zusammen.

Gelagert wird er dunkel, kühl und frostfrei in einer Hülle aus Torf. Wistinghausen lagert ihn entweder im Horn, in trockenen Torf eingeschlagen, oder ausgeklopft in einem Gefäß aus Holz, Ton oder Steingut, rundum von mindestens fünf Zentimetern Torf umgeben. Demeter Schweiz nennt sechs Zentimeter Torf oder zehn Zentimeter aus halb Torf, halb Kokosfaser. Der Deckel liegt nur auf, das Präparat muss atmen.

Bewährt haben sich Kugeln. Den Inhalt von etwa vier Hörnern knetet man zu einer Kugel von acht Zentimetern und lässt sie einige Tage im luftigen Schatten antrocknen, gerade so weit, dass darin keine Würmer und Samen mehr keimen. So hält der Hornmist bis ins nächste Jahr.

In den ersten zwei bis drei Monaten schaut man oft nach. Ist er zu nass, breitet man ihn einige Stunden im Schatten auf einem Holzrost oder Baumwolltuch aus. Ist er zu trocken, gibt man ein paar Tropfen Regenwasser dazu. Werden es zu viele Würmer, liest man sie aus und setzt sie auf den Kompost.

Wistinghausen stellt Hornmist jedes Jahr neu her. Ein kleiner Rest vom Vorjahr wird mit dem frischen gemischt und verbraucht. Die ganze Lagerung, von der Präparatekiste bis zum richtigen Ort im Haus, beschreibt der Lexikoneintrag Lagern der Präparate.

Die leeren Hörner pflegen

Die Hörner werden gleich nach dem Leeren gewaschen, bevor Mist darin antrocknet. Eingeweicht lösen sich Mist und Erde besser, innen hilft eine Flaschenbürste und ein kräftiger Wasserstrahl. Danach trocknen sie in der Sonne oder mit der Öffnung nach unten. Ganz trocken und ohne Mistreste zersetzen sie sich langsamer.

Steiner schlug vor, die Hörner im Kuhstall aufzubewahren, und dort lagern sie viele noch heute, luftig in einem Sack. Manche markieren jedes Horn mit einer Kerbe je Jahrgang. Blättert die glänzende Innenschicht ab oder wird das Horn rissig, wird es ersetzt. Verbrauchte Hörner kommen in die Pflanzgrube von Bäumen und Sträuchern, wo sie das Bodenleben lange ernähren.

Wie viel Arbeit es ist

Demeter Schweiz hat den Zeitaufwand für einen Betrieb mit 30 Hektar und zwei Hornmistspritzungen im Jahr aufgeschrieben:

ArbeitStunden
Mist sammeln1
Hörner füllen2
Eingraben2
Ausgraben und ausklopfen3
Hörner reinigen2
Einrichten und aufräumen1
Pflege im Lager12,5

Die Herstellung selbst ist in wenigen Tagen getan, den Rest übernimmt der Winter. Demeter Schweiz nennt die eigene Herstellung eine Heilarbeit für den eigenen Hof oder Garten.

Gemeinsam herstellen

Hornmist wird gern in der Gruppe gemacht. Einer sammelt, zwei füllen, einer gräbt. Stappung stellt seine Präparate mit einer ganzen Gruppe her und vergräbt alle am selben Tag, nah beieinander, in Ruf- und Sichtweite. Viele Höfe laden zum Präparatetag ein, und in vielen Regionen gibt es Präparatekreise, die gemeinsam herstellen und teilen. Wer keine eigenen Kühe hat, findet dort Mist und Hörner und lernt die Arbeit an der Seite von Leuten, die sie seit Jahren machen.

Vom Horn aufs Feld

Vor dem Ausbringen wird Hornmist eine Stunde in handwarmem Regenwasser gerührt: einen tiefen Wirbel bilden, die Richtung wechseln, den nächsten Wirbel. Die ganze Technik steht im Artikel Präparate rühren.

Gespritzt wird am späten Nachmittag oder Abend, in großen Tropfen auf den Boden, im Frühjahr und im Herbst, wenn der Boden warm und feucht ist. Wer mit dem Kalender arbeitet, legt Hornmist in den absteigenden Mond, am besten auf Wurzeltage. Mengen, Zeitpunkte und die Regeln für jede Kultur stehen im Artikel Hornmist 500 ausbringen.

Selbst herstellen oder beziehen

Für den eigenen Hornmist brauchst du Zugang zu Kühen, eine Handvoll guter Hörner mit Kälberringen, einen Tag um Michaeli und einen Platz mit tiefgründigem Boden. Der erste eigene Hornmist ist im Frühjahr fertig. Für die Herbstspritzung davor und für die ersten Jahre, in denen der Präparateplatz noch wird, beziehen viele ihn fertig.

Die Präparatekiste führt eigenen Hornmist, abgepackt für Garten und Hof oder lose nach Gramm, dazu die Kuhhörner für die eigene Herstellung und die Kokosfaser für die Lagerung.

Häufige Fragen

Wann wird Hornmist hergestellt?

Gefüllt und vergraben wird im Herbst um Michaeli, Ende September bis Mitte Oktober. Ausgegraben wird im Februar oder März, sobald der Boden abgetrocknet ist. Ist er noch nass, wird es später, oft um Ostern.

Welcher Mist eignet sich für Hornmist?

Frischer, fester, strohloser Kuhmist, am besten von tragenden Kühen auf der Weide oder mit Kleegras und Heu. Kein Mist aus Silage-, Rübenblatt- oder Kraftfutterfütterung und keiner von kranken Tieren.

Kann ich auch Mist von Pferden, Schafen oder Ziegen nehmen?

Hornmist wird aus Kuhmist hergestellt. Steiner nannte ihn „zweifellos" das beste Material für diese Arbeit.

Warum müssen es Kuhhörner sein?

Steiner hat ausdrücklich Hörner von Kühen verlangt. Ochsen- und Stierhörner nimmt man nicht. Kuhhörner erkennst du an den Kälberringen, sie sind schwerer, dickwandiger und schlanker.

Wie viele Hörner brauche ich?

Vier je Hektar und Spritzung. Für 20 Hektar und zwei Spritzungen sind das 160 Hörner. Im Garten reichen wenige Hörner. Alan Johnstone vergräbt mindestens acht zusammen.

Wie viel Mist brauche ich?

Einen Liter frischen Mist für fünf Hörner.

Wie tief wird vergraben?

30 bis 50 Zentimeter tief, mit 30 bis 40 Zentimetern Erde über den Hörnern, in tiefgründigem, humosem Boden ohne Staunässe.

Liegt die Öffnung nach oben oder nach unten?

Die Öffnung liegt etwas tiefer als die Spitze, damit sich kein Sickerwasser im Horn sammelt.

Muss ich die Hörner verschließen?

Nein. Ein Verschluss aus Lehm, Blase oder Pech ist nicht nötig.

Schadet Frost dem Hornmist?

Nein. Frost gehört zum Winter im Boden. Nur sehr viel Schnee kann den Boden zu stark durchnässen.

Woran erkenne ich guten Hornmist?

Dunkelbraun, feucht, weich und formbar wie frischer Regenwurmkot, mit dem Duft von humoser Erde. Riecht er noch nach Mist oder ist er grün und nass, bleibt er ein paar Wochen länger im Boden.

Kann ich Hornmist im Boden lassen, bis ich ihn brauche?

Steiner hielt das für möglich. In der Praxis greifen im Sommer Würmer und Wurzeln das Präparat und die Hörner an. Die meisten graben im Spätwinter oder um Ostern aus und lagern den Hornmist in Torf oder Kokosfaser.

Wie lange ist Hornmist haltbar?

Gut gelagert, zu Kugeln geformt und angetrocknet, bis ins nächste Jahr. Hergestellt wird er jedes Jahr neu.

Wie oft kann ich ein Horn verwenden?

Drei- bis fünfmal, solange es kaum beschädigt ist. Blättert es ab oder reißt es, wird es ersetzt.

Kann ich Hornmist ohne eigene Kühe herstellen?

Ja, wenn du frischen Mist von einem Hof holen kannst. Viele Gärtner machen mit beim Präparatetag eines Hofes oder in einem Präparatekreis.

Quellen

Biodynamische Präparate kaufen und anwenden

Alle biodynamischen Präparate →Wie viel brauche ich? Zum Präparaterechner →

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